Am 6. Juli 2022 feiert das Frutiger Freilichtspiel «Agnes von der Tellenburg» Premiere – es ist perfekt auf den historischen Spielort zugeschnitten.
Gastfamilie Frutigen
Drei Monate lang hat die Familie Salzmann aus Frutigen BE eine Flüchtlingsmutter mit ihren beiden Kindern bei sich aufgenommen. - Daniel Teuscher

Wie die Gemeinde Frutigen mitteilt, war die Tellenburg schon Sitz bernischer Kastlane, Gefängnis, Regierungsstatthalteramt und Armenanstalt. Die Tellenburg aus dem 13. Jahrhundert hat in ihrer langen Geschichte bereits einige Rollen gespielt. Seit dem grossen Brand von 1885 ist es zwar ruhiger um die Ruine geworden. Ab dem 6. Juli treten die sanierten Gemäuer nun aber wieder ins Rampenlicht – diesmal als Theaterkulisse.

Mit einem aufwändigen Freilichtspiel will der Verein «Burgfreunde Tellenburg» das ehemalige Schlossareal weiter in das kulturelle Tal- und Dorfleben einbinden. Und mit «Agnes von der Tellenburg» realisiert man dafür ab dem 6. Juli ein passgenaues Stück.

Buntes Fresko

Basis des Freilichtspiels bildet Jeremias Gotthelfs kurze Sage «Der Ritter von Brandis». Autor Gerhard Schütz hatte bereits 2016 die Idee, den kurzen Text zu einem abendfüllenden Theaterstück zu erweitern. So entstand ein buntes Mittelalter-Fresko voller prägnanter Dialoge, das von dramatischen Momenten über komische Volksszenen bis zu stillen und poetischen Akten reicht.

Dabei zeigen sich auch immer wieder überraschende Parallelen zur Gegenwart. Als Schütz seine Version Anfang 2021 dem Frutiger Burgverein vorlegte, musste dieser nicht lange überlegen: Die Tellenburg eignet sich ideal, um den Text zum Leben zu erwecken. Denn das Areal verfügt nicht nur über eine imposante Lage im Kandertal, sondern auch über weite Spielebenen und diverse Zu- und Abgänge.

Bewährte Regie

Die Regie übernimmt bei «Agnes von der Tellenburg» Nathalie Trachsel: Die Absolventin der Schauspielschule Zürich hat schon Gotthelf-Werke wie «Geld und Geist» oder «Die schwarze Spinne» auf die Bühne gebracht. Ihr zur Seite steht Produktionsleiter Rolf Schoch, der bereits 32 Bühnen- und 17 Freilichtinszenierungen realisiert hat.

Ihre Anweisungen werden von 35 SchauspielerInnen umgesetzt – auf die Premiere Anfang Juli folgen bis am 13. August weitere 22 Vorstellungen. Diese kann das Publikum von der Zuschauertribüne für rund 300 Personen aus gut verfolgen.

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