Frauenfeld

Verkehrsprojekt Frauenfeld Ost startet

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Sanierung und Ausbau der Zürcherstrasse Ost in Frauenfeld starten 2027. Für 58,4 Millionen Franken werden Strassen, Werkleitungen und Netze erneuert.

Die Busstation am Bahnhof Frauenfeld.
Die Busstation am Bahnhof Frauenfeld. - Nau.ch / Miriam Danielsson

Wie die Stadt Frauenfeld mitteilt, ist der Osten von Frauenfeld stark vom Verkehr belastet. Die wichtigste Einfallsachse, die Zürcherstrasse Ost, ist nach über 30 Jahren am Ende ihres Lebenszyklus angelangt. Eine Sanierung ist zwingend notwendig.

Gleichzeitig braucht es in Frauenfeld Ost eine gesamthafte Verkehrsverbesserung, inklusive Massnahmen für den öffentlichen Verkehr, Fussgänger sowie Velofahrer. Diese nennt sich «Verkehrskonzept Frauenfeld Ost» und besteht aus fünf aufeinander abgestimmten Projekten.

Das Vorhaben ist jedoch nicht nur ein Strassenprojekt, sondern dient auch der Sanierung von Werkleitungen. Die Stadt verfolgt in den genannten Abschnitten eine klare und langfristig ausgerichtete Strategie zur Sicherung und Weiterentwicklung ihrer technischen Entsorgungs- und Versorgungsinfrastruktur.

Netzinfrastruktur: Erneuerung und Werterhalt

Im Zentrum stehen umfassende Werterhaltungs- und Erneuerungsmassnahmen in den Bereichen Abwasserentsorgung, Wasserversorgung und Elektrizitätsversorgung, mit denen die Zuverlässigkeit, Leistungsfähigkeit und Zukunftstauglichkeit dieser Entsorgungs- und Versorgungsnetze sichergestellt werden.

Damit wird eine zentrale Voraussetzung geschaffen, um bestehende und zukünftige Nutzungen im Gewerbe- und Wirtschaftsgebiet nachhaltig erschliessen und versorgen zu können.

Alle Projekte liegen vom 16. Januar 2026 bis zum 16. Februar 2026 öffentlich auf. Wer ein schutzwürdiges Interesse hat, kann in dieser Zeit Einsprache erheben.

Projektkosten von total rund 58,4 Millionen Franken

Die Projektkosten für das Verkehrskonzept Frauenfeld Ost betragen rund 58,4 Millionen Franken und verteilen sich auf 39,9 Millionen Franken ASTRA, 17,65 Millionen Franken Kanton Thurgau und 0,85 Millionen Franken Stadt Frauenfeld.

Die Kosten für den Kanton wurden vom Grossen Rat des Kantons Thurgau mit dem Budget 2026 genehmigt, der Gemeinderat von Frauenfeld hat den Kreditanträgen bereits im Juni 2025 zugestimmt.

Die Projekte Zürcherstrasse Ost und Zürcher-/Bahnhofstrasse sind Teil des Agglomerationsprogramms der Stadt Frauenfeld. Um den Bundesbeitrag von rund 2,9 Millionen Franken zu erhalten, muss bis spätestens 2027 ein bewilligtes Projekt vorliegen und ein Baustart erfolgen.

Vorgesehen ist der Baustart aktuell im Frühling 2027, die Bauzeit beträgt rund zwei Jahre für die Projekte des Kantons und der Stadt (2027 bis 2029) und rund zweieinhalb Jahre für das Projekt des ASTRA (2030 bis 2033). Diese Bauzeit ist erforderlich, um die Zufahrten möglichst durchgehend sicherzustellen und wegen des aufwändigen Bauablaufs infolge zahlreicher Werkleitungen und des neuen Strassenkörpers.

Strassenprojekte: Landbedarf für neue Gestaltung

Der Strassenraum vom Towerkreisel bis zum Lindenspitz (Projekt Zürcherstrasse Ost) und vom Lindenspitz bis zur Erchingerstrasse (Projekt Zürcher-/ Bahnhofstrasse) wird mit der neuen Gestaltung etwas breiter. Für die Umsetzung der beiden für Frauenfeld zentralen Projekte braucht es einen Landstreifen von 40 Eigentümerschaften.

Total wird Land im Umfang von 2423 Quadratmetern benötigt, wobei die Betroffenheit der Eigentümerschaften von vier Quadratmetern bis 168 Quadratmetern reicht. Gebäude sind nicht betroffen.

Enteignungsverfahren muss eingeleitet werden

Das Tiefbauamt des Kantons Thurgau hat in den vergangen rund eineinhalb Jahren versucht, das notwendige Land zu erwerben (sogenannt freihändiger Landerwerb). Verschiedene Grundeigentümer haben einen Landverkauf jedoch abgelehnt oder Forderungen gestellt, die der Kanton nicht erfüllen kann.

Der Regierungsrat hat das Tiefbauamt daher ermächtigt, für die benötigten Flächen das Enteignungsverfahren einzuleiten. Dies, weil ein erhebliches öffentliches Interesse an der Umsetzung der Projekte besteht und nicht in allen Fällen eine gütliche Einigung gefunden werden konnte.

Der Stadtrat Frauenfeld unterstützt dieses Vorgehen, damit die Projekte möglichst zeitnah ausgeführt und die Bundesbeiträge aus dem Agglomerationsprogramm fristgerecht beantragt werden können. Die Enteignungspläne werden vom 16. Januar 2026 bis zum 16. Februar 2026 ebenfalls öffentlich aufgelegt.

Zuständig für die Durchführung der Enteignungsverfahren und die Beurteilung der Entschädigungsansprüche ist die Enteignungskommission. Verhandlungen zwischen dem Tiefbauamt des Kantons Thurgau und den Eigentümern bleiben bis über die öffentliche Auflage möglich.

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