Kanton Thurgau: Bewässerungsbedarf dürfte sich bis 2050 verdoppeln

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Frauenfeld,

Im Kanton Thurgau bleibt laut einem neuen Bericht auch künftig genügend Brauchwasser. Doch am Seerücken und im Lauchetal drohen Engpässe.

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Kanton Thurgau: Bewässerungsbedarf dürfte sich bis 2050 verdoppeln (Symbolbild) - Nau.ch / Ueli Hiltpold

Der Regierungsrat des Kantons Thurgau hat den Abschlussbericht zum Projekt «Kantonale Brauchwasserversorgungsplanung» zur Kenntnis genommen. Dem Kanton steht grundsätzlich sowohl heute als auch zukünftig während einer Trockenheitsperiode genügend Brauchwasser für die Landwirtschaft wie auch für Industrie und Gewerbe zur Verfügung.

Dank den beiden mächtigen und robusten Wasserressourcen, dem Bodensee und dem Grundwasserstrom des Thurtals, wird der Kanton auch künftig gesamthaft über ausreichend Trinkwasser sowie Brauchwasser für Landwirtschaft sowie Industrie und Gewerbe verfügen. Heute stehen der Landwirtschaft rund 5 Millionen Kubikmeter Wasser für Bewässerungszwecke zur Verfügung. Davon stammen etwa 14 Prozent, das heisst rund 700'000 Kubikmeter, aus der Trinkwasserversorgung.

Das übrige Brauchwasser wird direkt aus den Grund- und Oberflächengewässern entnommen. Bei der Planung des künftigen Bedarfs für die Landwirtschaft wurden Faktoren wie die Auswirkungen des Klimawandels auf das Wasserdargebot und den Wasserbedarf berücksichtigt. Ebenso floss ein, wie sich die Zunahme landwirtschaftlicher Flächen mit bewässerungswürdigen Kulturen entwickelt.

Bei einem realistischen Szenario mit einer mittleren klimatischen Veränderung und einer mittleren Ausdehnung der Anbauflächen bewässerungsintensiver Kulturen wird der Bewässerungsbedarf Mitte des Jahrhunderts bei rund 11.4 Millionen Kubikmeter Wasser liegen, was mehr als einer Verdopplung des heutigen Bedarfs entspricht. Falls sich das Klima stärker verändert und sich die Anbauflächen bewässerungsbedürftiger Kulturen deutlich ausdehnen (oberes Szenario), könnte sich die benötigte Wassermenge in zukünftigen Trockenjahren auf 18.4 Millionen Kubikmeter erhöhen.

Der Wasserbedarf von Industrie und Gewerbe lässt sich nicht quantifizieren, da er von individuellen Entscheidungen der Unternehmen abhängt. Da diese Betriebe ihr Brauchwasser in der Regel wieder in ein Gewässersystem zurückleiten, sind sie in diesem Punkt von klimatischen Veränderungen deutlich weniger betroffen.

Die Betrachtung der einzelnen Bilanzierungsgebiete zeigt jedoch, dass gewisse Gebiete einen Wasserüberschuss ausweisen und andere über unzureichende Wasserressourcen verfügen und in Zukunft neue Lösungen für die Brauchwasserversorgung benötigen. Handlungsbedarf besteht vor allem in den betrachteten Bilanzierungsgebieten Seerücken (Gebiet zwischen dem Bodensee und dem Thurtal) sowie dem Lauchetal. Diese Gebiete verfügen naturgemäss über keine grossen Grundwasservorkommen oder grössere Fliessgewässer, die sich zur Brauchwasserentnahme eignen.

Hier sind Massnahmen wie zum Beispiel der Bau einer Versorgungsleitung oder der Bau von Speicherbecken zu prüfen.

Um Trockenheitssituationen wie in den Jahren 2018, 2022, 2023, 2025 oder auch das bisherige Extremjahr 2026 künftig besser zu bewältigen und die Brauchwasserversorgung im Kanton auch in Zukunft zu sichern, wurden Massnahmen in den Bereichen Datengrundlage, Vollzug, rechtliche Grundlagen und Infrastruktur definiert. Diese gilt es in den kommenden Jahren umzusetzen.

Die nun vorliegenden Erkenntnisse aus der kantonalen Brauchwasserversorgungsplanung fliessen auch in das im Januar 2025 gestartete Ressourcenprojekt «Integrales Wassermanagement Thurgau» ein. Dort werden unter der Federführung des Bildungs- und Beratungszentrums Arenenberg weitere Hilfsmittel für die landwirtschaftliche Bewässerrung erarbeitet, wie zum Beispiel das effiziente Bewässern, die Sicherung der Wasserverfügbarkeit oder auch ein verbesserter Wasserhaushalt auf Parzellenebene. Ziel ist es, die Nutzungseffizienz regionaler Wasserressourcen nachhaltig zu steigern.

Dies bei gleichbleibender landwirtschaftlicher Produktivität und im Einklang mit den Interessen anderer Anspruchsgruppen sowie der Umwelt.

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