Frauenfeld TG: Kostenlose Säcke gegen invasive Neophyten
Invasive Neophyten verdrängen heimische Arten und können Bauwerke schädigen. Die Stadt gibt Neophytensäcke gratis ab und rät zu einheimischen Pflanzen.

Viele invasive Neophyten überzeugen mit auffälligen Blüten und üppigem Wuchs. Doch die gebietsfremden Pflanzen können heimische Arten verdrängen, die Biodiversität beeinträchtigen sowie Schäden an Gesundheit und Infrastruktur verursachen. Mit einer bewussten Pflanzenwahl und der richtigen Entsorgung lässt sich ihre weitere Ausbreitung verhindern.
Invasive Neophyten sind seit Kolumbus eingewanderte Pflanzen, die sich stark ausbreiten und dabei die heimische Natur, die Gesundheit oder die Wirtschaft schädigen. Viele invasive Neophyten bestechen durch ihre auffälligen Blüten oder ihren üppigen Wuchs und finden deshalb häufig ihren Weg in Gärten und auf Balkone. Was als dekorative Bereicherung gedacht ist, kann jedoch weitreichende Folgen haben: Einige dieser gebietsfremden Pflanzen verdrängen einheimische Arten, beeinträchtigen die Biodiversität, verursachen Schäden an Bauwerken oder stellen eine Gefahr für Mensch und Tier dar.
Mit einer bewussten Pflanzenwahl lassen sich diese negativen Auswirkungen vermeiden.
Invasive Neophyten wurden ursprünglich vor allem als Zier- oder Nutzpflanzen eingeführt. Heute breiten sich verschiedene Arten jedoch unkontrolliert aus und besiedeln zunehmend auch Flächen ausserhalb von Gärten und Parks. Dadurch geraten einheimische Pflanzen unter Druck und wertvolle Lebensräume gehen verloren.
Die Vielblättrige Lupine ist dafür ein bekanntes Beispiel. Sie verändert zudem die Bodenverhältnisse, indem sie Luftstickstoff bindet und den Boden anreichert. Davon profitieren vor allem nährstoffliebende Pflanzen, während viele standorttypische Arten verdrängt werden.
Gefahr für Mensch, Tier und Infrastruktur
Neben den ökologischen Folgen können invasive Neophyten auch direkte Auswirkungen auf die Gesundheit sowie auf die Infrastruktur haben. Das Schmalblättrige Greiskraut enthält ein Lebergift, das über die Nahrungskette – etwa über Milch oder Honig – auch für Menschen gesundheitsschädlich sein kann. Die Geissraute ist ebenfalls giftig und kann für Weidetiere lebensgefährlich sein.
Andere Arten, wie die Asiatischen Staudenknöteriche, verursachen mit ihrem kräftigen Wurzelwerk Schäden an Bauwerken und können beispielsweise die Stabilität von Hochwasserschutzdämmen beeinträchtigen.
Wer im eigenen Garten oder auf dem Balkon auf einheimische Pflanzen setzt, leistet einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität. Einheimische Arten sind optimal an die örtlichen Bedingungen angepasst und bieten zahlreichen Insekten Nahrung und Lebensraum. Unterstützung bei der Auswahl geeigneter Pflanzen bietet das Projekt «Natur daheim» des Amts für Raumentwicklung.
Bereits vorhandene invasive Neophyten sollten nach Möglichkeit entfernt und fachgerecht entsorgt werden. Fortpflanzungsfähige Pflanzenteile gehören in den Neophytensack, damit sie sich nicht weiter ausbreiten können. Nicht fortpflanzungsfähige Pflanzenteile können über die Grünabfuhr entsorgt werden.
Gemeinsam gegen invasive Neophyten
Die Stadt Frauenfeld unterstützt die Bevölkerung mit dem kostenlosen Neophytensack. Dieser kann beim Amt für Hochbau und Stadtplanung, Bankplatz 3 in Frauenfeld am Schalter kostenlos bezogen und gefüllt wieder beim RAZ – Tricycling Mittelthurgau AG, Juchstrasse 37 in Frauenfeld kostenlos abgegeben werden. Die Säcke werden anschliessend in der Kehrichtverbrennungsanlage fachgerecht entsorgt.










