Frauenfeld TG: 3000 Objekte aus aller Welt werden erforscht
Das Historische Museum Thurgau in Frauenfeld TG erfasst seine ethnografische Sammlung mit rund 3000 Exponaten.

Seit Herbst 2023 erforscht das Historische Museum Thurgau mithilfe von Expertinnen und Experten seine ethnografische Sammlung, die insgesamt rund 3000 Exponate umfasst. Ende Jahr sollen die ersten Objekte der breiten Öffentlichkeit in einer Online-Datenbank zugänglich gemacht werden.
Von Haarnadeln über Löffel aus Tierknochen bis zu Mützen: Rund 3000 Exponate aus 30 Ländern umfasst die ethnografische Sammlung des Kantons Thurgau. Was genau sich unter den Schätzen aus aller Welt befindet, wird derzeit erforscht, denn nachdem die Sammlung 1996 ins Historische und Völkerkundemuseum St. Gallen ausgelagert worden war, hatte sie knapp drei Jahrzehnte weitgehend brach gelegen.
Das änderte sich im Herbst 2023.
Unter der Leitung von Christine Süry, kulturhistorische Kuratorin des Historischen Museums Thurgau, kamen die Exponate zurück nach Frauenfeld. «Seither sind wir dabei, mithilfe von Expertinnen und Experten die Objekte zu erfassen und zu dokumentieren», sagte sie am Montag im Rahmen einer Herbstmedienfahrt. Das erklärte Ziel: Die Objekte werden in der Online-Datenbank des Historischen Museums erfasst.
«Auf diese Weise können wir sie der breiten Öffentlichkeit zugänglich machen», sagte Süry. Bis Ende Jahr sollen die ersten Einträge online zu finden sein.


Souvenirs eines Frauenfelder Arztes
Ein Teil der Objekte, die während über 100 Jahren von Thurgauer Reisenden, Kaufleuten, Industriellen, Diplomaten und Gelehrten erworben und in ihre Heimat gebracht wurden, ist bereits erforscht. Darunter rund 120 Objekte aus Kultur der Samen. Ein Grossteil davon hat der Frauenfelder Arzt Elias Haffter (1851 bis 1909) erworben.
Unter die Lupe genommen hat die Objekte Claudia Fischer, Expertin für die Kultur der Samen. «Es handelt sich vorwiegend um kunstvoll gefertigte Alltagsgegenstände, die von den Samen und Saminnen den damals ersten in den 1880er-Jahren professionell geführten Touristen und Touristinnen angeboten wurden», sagte sie. Noch ganz am Anfang steht derweil Karin von Niederhäusern, Expertin für die Kulturen Nordamerikas. Ende August hat sie die Arbeit aufgenommen.
Dankbar für Hinweise
Während die Objekte aus dem Nachlass von Elias Haffter gut dokumentiert sind – er hat über seine Reisen Buch geführt und sogar Berichte verfasst die in der «Thurgauer Zeitung» erschienen sind – tappt das Historische Museum bei anderen Objekten im Dunkeln. «In manchen Fällen haben wir lediglich den Namen der ursprünglichen Besitzerin oder des Besitzers, sonst nichts», sagte Christine Süry. Entsprechend froh seien sie um Hinweise.
«Wir fragen uns zum Beispiel, weshalb eine Person eine Reise angetreten, respektive was sie in jenem Land gemacht, hat.» Hierfür habe das Historische Museum eine Liste mit sämtlichen Donatorinnen und Donatoren auf der Webseite veröffentlicht. Hinweise können per Mail oder Telefon ans Historische Museum Thurgau gerichtet werden.










