Schulraum: «Viele Schritte» wird konkreter
Uzwil fehlt Schulraum. 2027 werden 16 (!) Klassen in Provisorien unterrichtet werden. Die Arbeiten am «Wie weiter» laufen planmässig. Ein Update.

Der Neuhof ist eine der drei Schulanlagen, welche im Rahmen der Variante «Viele Schritte» beplant werden sollen, um zu dringend benötigtem Schulraum zu gelangen.
Wie die Gemeinde Uzwil mitteilt, soll neuer Schulraum in dieser Variante auch im Herrenhof – zusätzlich zur bereits vorgesehenen Erweiterung – und im Schöntal entstehen.
Auf einen Schlag oder mit viele Schritten?
2025 befassten sich rund 30 Mitglieder der Echogruppe mit der Zukunft des Schulraums in Uzwil. Ihr Fazit im November: Es zweifelt niemand daran, dass Uzwil qualitativ guten, neuen Schulraum braucht.
Verschiedene Meinungen gab es hingegen auch in der Echogruppe bei der Frage, wie dieser Schulraum entstehen soll: Mit einem grossen Gebäude, das auf einen Schlag alle Platzfragen löst, oder mit vielen Schritten, indem man bestehende Anlagen erweitert.
Neustart: Zwei Wege gegenüberstellen
Die Ergebnisse der Echogruppe waren für den Gemeinderat Startpunkt, um das «Wie weiter» neu aufzugleisen. Einerseits hat er die erforderlichen Container-Provisorien in Auftrag gegeben. Keine Dauerlösung, aber damit kann der Schulbetrieb aufrechterhalten werden.
Gleichzeitig hat er in enger Zusammenarbeit mit der Schulraum-Planungskommission weiter am künftigen Schulraum gearbeitet und öffnete die Kommission im Anschluss an Sitzungen für die Öffentlichkeit.
Am 16. Dezember in-ormierte die Kommission im Foyer des Gemeindehauses über die frisch erarbeiteten Festlegungen und Rahmenbedingungen, an denen sich alle künftigen Uzwiler Schulraumvorhaben messen. Sie informierte dort auch über die Weiterentwicklung der Variante «Ein Schritt».
Seitens der Besuchenden gab es keine inhaltlichen Ergänzungen. Und jetzt hat die Gemeinde am 15. Januar im Foyer des Gemeindehauses wie angekündigt über den weiteren Fortschritt informiert. Worüber? Die folgenden Passagen geben Auskunft.
Fokus auf «Viele Schritte» gleichzeitig
Der Gemeinderat nimmt den Auftrag sehr ernst, die Variante «Viele Schritte» professionell und vertieft im Detail zu bearbeiten, damit der Bevölkerung mehrere Wege für die Lösung des Uzwiler Schulraumproblems offenstehen.
Die Gemeinde hat die Variante «Viele Schritte» weiter vertieft. Sie hat dazu die verschiedenen bekannten und genannten Standorte für Schulbauten an den definierten Festlegungen gemessen und beurteilt.
Ihr Fazit: Geeignete Standorte, wenn die aktuellen Herausforderungen an mehreren Orten gelöst werden wollen, sind der Neuhof, der Herrenhof (zusätzlich zur bereits vorgesehenen Erweiterung) und die Anlage Schöntal.
Diese drei Areale will die Gemeinde nun beplanen. Und zwar alle drei gleichzeitig, weil aufgrund des schon heute bestehenden Bedarfs die «Vielen Schritte» gleichzeitig umgesetzt werden müssen.
Kein Bedarf am Standort Oberberg
Ergänzend zur bereits vorgesehenen Schulraumerweiterung im Herrenhof um vier Klassen soll an diesen drei Standorten definitiver Schulraum für insgesamt rund 21 Klassen entstehen. Und damit nebst Klassenzimmern auch Turnhallen, Gruppenräume, Spezialzimmer, Teamzimmer, Sanitäranlagen, gedeckte Pausenräume, Foyer/Aula und alles, was zu «normalem» Schulraum gehört.
Am Standort Oberberg, Henau, sieht die Gemeinde keine Entwicklung, weil dort kein zusätzlicher Schulraumbedarf besteht.
Die Gemeinde hat sich auch mit der Frage befasst, wo Entwicklungen weitergehen, wenn der aktuell fehlende Schulraum dereinst realisiert ist. Sie sieht Möglichkeiten auf dem Marktplatz in Niederuzwil, sofern die Feuerwehr den Standort nicht mehr brauchen würde, und im BZWU, wenn der Kanton den Standort nicht mehr brauchen würde. Auch die Sonnmatt kann dann ein Thema sein.
Für die noch fernere Zukunft werden im Rahmen der Ortsplanungsrevision neue Flächen in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen ausgeschieden.
Relationen
Um die Dimensionen sichtbar zu machen, hilft ein Blick auf bestehende Schulanlagen.
Der Neuhof etwa ist als Schulanlage für sechs Klassen konzipiert. Die Kirchstrasse mit ihren beiden imposanten historischen Schulbauten ist für 14 Klassen dimensioniert.
Diese Vergleiche zeigen, dass auch in der Variante «Viele Schritte» grosse Anstrengungen nötig sind, um zum Ziel zu gelangen.
Ziel Gesamtleistungswettbewerb
Und wie will die Gemeinde ans Ziel kommen? Aktuell bearbeitet sie die Raumprogramme für die drei Standorte als wesentliche Voraussetzung für die weitere Planung. Als Planungsverfahren wurden die Varianten Architekturwettbewerb und Gesamtleistungswettbewerb detailliert verglichen.
Die beiden Verfahren unterscheiden sich etwa dadurch, dass Gesamtleistungswettbewerbe zu einer höheren Kostengenauigkeit führen, weil eine integrale Lösung im Fokus steht. Beim Architekturwettbewerb steht die Architektur im Fokus und die Kostengenauigkeit ist weniger hoch. Beiden Verfahren gemeinsam ist, dass sie rund ein Jahr Zeit beanspruchen.
Die Gemeinde hat die Absicht, die drei Standorte Neuhof, Herrenhof und Schöntal in einem Gesamtleistungswettbewerb zu entwickeln. Den Ausschlag gaben die hohe Kostengenauigkeit dieses Weges und der Umstand, dass damit ein sehr kompetitives Verfahren zur Anwendung kommt, welches sich positiv auf die Kosten auswirken dürfte. Und schlussendlich stellt dieser Weg auch die Vergleichbarkeit der Kosten mit der Variante «Ein Schritt» sicher.
Voraussichtlich im 2027 wird die Bevölkerung an der Urne die Weichen hin zu neuem Schulraum stellen können. Um dorthin zu gelangen, fallen in nächsten Schritten spürbare Kosten für die Gesamtleistungswettbewerbe und die Bauherrenunterstützung auf diesem Weg an. Auch Provisorien lösen Kosten aus. Auf welchem Weg der Gemeinderat die Kredite dafür beschaffen will, prüft er aktuell.
Provisorien-Planung
Die Wahl der drei Standorte Neuhof, Herrenhof und Schöntal führt auch dazu, dass diese Standorte für grossflächige Provisorien – etwa für das Provisorium der blockierten Schulraumerweiterung Herrenhof – nicht mehr zur Verfügung stehen.
Zu viele Konflikte wären damit vorprogrammiert.
Eine wichtige Erkenntnis, um jetzt auch die konkrete Provisorien-Planung für die Zeit nach 2027 zu starten und integriert darin auch vorzubereiten, wo das Provisorium für die bereits beschlossene Schulraumerweiterung Herrenhof geplant wird, um dann mit diesen Arbeiten möglichst zügig zu starten.










