Mehr Karton, weniger Papier: Emmen testet neuen Sammelrhythmus
In Emmen stapelt sich immer mehr Karton, während das Altpapier laufend abnimmt. Der Gemeinderat reagiert darauf nun mit einem Pilotprojekt.

Das Päckli vor der Haustür ist längst Alltag. Was bequem ist, hat allerdings eine Kehrseite: mehr Karton in Kellern, Veloräumen und Sammelstellen. Gleichzeitig landen immer weniger Zeitungen, Prospekte und Briefe im Altpapier.
Diese Entwicklung zeigt sich auch in Emmen. Seit 2016 ist die von Real gesammelte Kartonmenge um rund 40 Prozent gestiegen, die Papiermenge hat sich im gleichen Zeitraum nahezu halbiert, wie der Gemeinderat Emmen schreibt.
Zwei Postulate aus dem Einwohnerrat greifen diese Entwicklung auf. Die Mitte fordert einen zweiwöchigen Turnus für die Kartonsammlung, statt wie bisher einmal im Monat. Die FDP schlägt vor, weniger Papier- und dafür zusätzliche Kartontouren durchzuführen.
Der Gemeinderat teilt die Grundbeobachtung: Die Entsorgung muss besser zu den heutigen Mengen passen.
Karton neu alle drei Wochen
Ein sofortiger Wechsel auf eine zweiwöchentliche Kartonsammlung ist jedoch nicht realistisch. Real kann dies mit der bestehenden Fahrzeugflotte derzeit nicht leisten. Zudem würden zusätzliche Touren jährlich rund 100'000 Franken kosten und die Abfallgrundgebühren voraussichtlich um rund acht Prozent erhöhen.
Darum setzt der Gemeinderat auf einen Zwischenschritt mit Praxischeck: Ab 1. Januar 2027 sollen pro Jahr neu acht Papiersammlungen und 16 Kartonsammlungen durchgeführt werden.
Karton würde damit im Schnitt alle drei Wochen abgeholt, Papier alle sechs Wochen.
Das Pilotprojekt soll zeigen, ob der neue Rhythmus den Alltag spürbar erleichtert, die Ressourcen besser nutzt und die Gebührenentwicklung stabil hält.






