Emmen plant Zukunft für Platanen-Allee

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Die Platanen an der Rüeggisingerstrasse in Emmen werden schrittweise ersetzt. Ziel sind klimaangepasste Bäume, mehr Biodiversität und tiefere Pflegekosten.

Bäume
Platanen kühlen laut einer Studie ihre Umgebung selbst bei extremen Temperaturen von über 39 Grad Celsius ab. (Archivbild/Symbolbild) - keystone

Wie die Gemeinde Emmen mitteilt, säumen Platanen seit 1955 die Rüeggisingerstrasse. Sie spenden Schatten, strukturieren den Strassenraum und sind für viele ein vertrauter Anblick.

Doch die Baumreihe ist in die Jahre gekommen und wurde durch verschiedene Bauprojekte bereits mehrfach unterbrochen. Mit einem Postulat verlangte die Mitte-Fraktion deshalb eine vorausschauende Planung für die Zukunft der Allee.

Bäume mehrheitlich gesund, aber mit Herausforderungen

Wie der Gemeinderat in seiner Antwort festhält, sind die meisten Platanen trotz ihres Alters in einem guten Zustand. Einzelne Bäume weisen zwar Wachstumshemmungen oder kleinere Schäden auf, insgesamt bestätigt ein Gutachten jedoch die Gesundheit des Bestands.

Gleichzeitig zeigt sich klarer Handlungsbedarf. So hält der Gemeinderat fest: «Platanen, insbesondere mit Formschnitt, wie sie aktuell auf dem Gersagplatz und an der Rüeggisingerstrasse bestehen, sind mit den Zielen im Bereich Klima, Umwelt und Biodiversität nicht vereinbar.»

Neben ihrer begrenzten ökologischen Wertigkeit bringen sie auch ein erhöhtes Allergiepotenzial und einen hohen Pflegeaufwand mit sich.

Schrittweise Erneuerung statt radikaler Schnitt

Eine sofortige, flächendeckende Fällung ist jedoch nicht geplant. Der Gemeinderat setzt vielmehr auf eine etappenweise Erneuerung im Zuge laufender und geplanter Bauprojekte. Den Auftakt macht die Umgestaltung des Knotens Gersag, weitere Abschnitte folgen mit der künftigen Sanierung der Rüeggisingerstrasse sowie des Verwaltungsgebäudes.

Künftig sollen «zukunftsfähige, standortgerechte und vorwiegend einheimische Baumarten» das Bild prägen, bewusst vielfältig und an die jeweiligen Standortbedingungen angepasst.

Bestehende Platanen bleiben bestehen, solange sie gesund sind und keine Projekte entgegenstehen. Denn auch sie erfüllen weiterhin wichtige Funktionen, etwa als Schattenspender oder Lebensraum, betont der Gemeinderat.

Weniger Kosten, mehr Biodiversität

Neben ökologischen Überlegungen spielen auch finanzielle Aspekte eine zentrale Rolle: Der Unterhalt der heutigen Platanen ist kostenintensiv.

Mit dem schrittweisen Ersatz durch geeignete Baumarten kann der jährliche Pflegeaufwand für die rund 114 Bäume auf gemeindeeigenen Flächen langfristig um rund 80 Prozent gesenkt werden. Das entspricht einer jährlichen Entlastung von etwa 76'000 Franken.

Zusätzliche Investitionskosten entstehen laut Gemeinderat nicht, da der Ersatz konsequent in ohnehin geplante Projekte integriert wird. Der Einwohnerrat wird das Geschäft an seiner Sitzung vom 12. Mai 2026 behandeln.

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rick
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