Selbstbestimmung im Alter: Wo die Fürsorge aufhört
Die Stadt Wallisellen lanciert eine Kampagne gegen Grenzverletzungen im Alter. Ein neuer Leitfaden setzt klare Regeln für die Pflege und Betreuung.

Wie die Stadt Wallisellen informiert, setzt sie ein klares Zeichen: Mit einer breit angelegten Sensibilisierungskampagne macht sie auf Grenzverletzungen im Alltag mit älteren Menschen aufmerksam. Im Zentrum steht der Kodex «Nein zu Grenzverletzungen».
Was gut gemeint ist, kann sich falsch anfühlen. Genau hier setzt die Kampagne an. Unter dem prägnanten Leitsatz «Ich meinte es gut» – «Es hat sich nicht gut angefühlt» zeigt sie, wie unterschiedlich eine Situation von verschiedenen Personen erlebt werden kann.
Die Botschaft ist klar: Entscheidend ist nicht die Absicht, sondern das Empfinden der betroffenen Person. Ein «Nein» muss gehört – und respektiert – werden.
Stadtrat setzt klare Leitplanken
Der Kodex «Nein zu Grenzverletzungen» wurde gemeinsam mit den Organisationen der Alterskonferenz erarbeitet und vom Stadtrat verabschiedet. Er betrifft die Arbeit mit und für Seniorinnen und Senioren in der Stadt Wallisellen (Begleitung, Betreuung, Pflege)– unabhängig davon, ob diese Tätigkeit beruflich oder freiwillig ausgeführt wird.
Grenzverletzungen entstehen häufig nicht aus böser Absicht, sondern im Alltag: durch Bevormundung, unbedachte Aussagen oder das Übergehen von Bedürfnissen. Schnell kann eine gut gemeinte Fürsorge in einen Übergriff kippen.
Solche Situationen haben immer zwei Perspektiven. Alle Beteiligten dürfen «Nein» sagen, wenn in ihrer Wahrnehmung Grenzen verletzt werden.
Hinschauen statt wegschauen
Mit dem Kodex und der Kampagne verfolgt die Stadt Wallisellen das Ziel ein Umfeld zu schaffen, in dem Respekt, Würde und Sicherheit für alle Beteiligten selbstverständlich sind. Verantwortungsvolles Handeln stärkt das Vertrauen und schützt sowohl unterstützende Personen als auch Menschen mit Unterstützungsbedarf.
Für alle gilt: Nein sagen. Nein hören. Nein respektieren.










