Nach der Pensionierungswelle: Schule sucht neue Wege
Weil bis 2032 fast die gesamte Schulleitung in Spreitenbach pensioniert wird, lässt die Gemeinde die Strukturen extern prüfen, um Wissen langfristig zu sichern.

Die Schule Spreitenbach steht in den kommenden Jahren vor bedeutenden personellen Veränderungen, berichtet die Gemeinde Spreitenbach. Bis spätestens 2032 werden sechs der heutigen acht Mitglieder der Schulleitung altersbedingt pensioniert – der überwiegende Teil bereits bis 2029.
Damit verbunden ist der Verlust von langjährigem Wissen, Erfahrung und gewachsenen Führungsstrukturen. Vor diesem Hintergrund hat der Gemeinderat Spreitenbach entschieden, die zukünftige Organisation der Schulleitung und der Schulverwaltung frühzeitig und umfassend überprüfen zu lassen.
Bereits im Rahmen einer gemeinsamen Klausurtagung von Schule und Gemeinde im Oktober 2025 wurde erkannt, dass die bevorstehenden Veränderungen nicht isoliert betrachtet werden dürfen, sondern eine strategische und langfristige Auseinandersetzung mit der zukünftigen Führungs- und Organisationsstruktur notwendig ist.
Der Gemeinderat hat deshalb im Januar 2026 einen Nachtragskredit bewilligt und die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) mit einer externen Organisationsanalyse beauftragt.
Warum eine externe Analyse
Die Schule Spreitenbach ist mit über 1700 Schülerinnen und Schülern, mehreren Schulstandorten und rund 240 Lehrpersonen eine grosse und komplexe Organisation. Viele Abläufe und Strukturen haben sich über Jahre hinweg bewährt und funktionieren im Alltag gut. Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass zahlreiche Prozesse stark von einzelnen Personen, deren Erfahrung und persönlichem Engagement abhängen.
Gerade deshalb erachtet es der Gemeinderat als wichtig, die bestehende Organisation nicht ausschliesslich aus interner Sicht zu beurteilen. Externe Fachpersonen können Strukturen, Rollen und Abläufe objektiv analysieren und aufzeigen, wo Entwicklungspotenzial besteht.
Interne Sichtweisen sind oft von gewachsenen Abläufen, persönlichen Erfahrungen und bestehenden Verantwortlichkeiten geprägt. Eine unabhängige Aussensicht ermöglicht es dagegen, Chancen und Herausforderungen neutral einzuordnen und daraus tragfähige Empfehlungen für die Zukunft abzuleiten.
Was mit dem Projekt erreicht werden soll
Die Analyse soll dabei ausdrücklich keine Kritik an den heute tätigen Personen oder an der bestehenden Führungskultur darstellen. Im Gegenteil: Die bisherigen Strukturen haben wesentlich dazu beigetragen, dass die Schule Spreitenbach heute stabil funktioniert. Ziel ist vielmehr, diese Stärken langfristig abzusichern und organisatorisch so weiterzuentwickeln, dass die Schule auch künftig erfolgreich geführt werden kann.
Inzwischen liegt ein erster Entwurf eines sogenannten IST-Berichtes der FHNW vor. Dieser analysiert die heutige Organisation der Schule Spreitenbach und zeigt erste Erkenntnisse zu Rollen, Zuständigkeiten, Prozessen und Führungsstrukturen auf. Der Bericht wird derzeit gemeinsam mit verschiedenen Beteiligten aus Schule, Verwaltung und Politik überprüft, ergänzt und weiterentwickelt.
Die bisherige Analyse zeigt unter anderem, dass die Schule heute leistungsfähig organisiert ist, gleichzeitig aber strukturelle Belastungen, teilweise unklare Schnittstellen sowie eine hohe Abhängigkeit von einzelnen Personen bestehen. Zudem wird deutlich, dass Führungs-, Verwaltungs- und Kommunikationsprozesse teilweise historisch gewachsen und nicht überall klar formalisiert sind.
Klare Strukturen für die Zukunft
Auf dieser Grundlage soll nun ein sogenanntes SOLL-Konzept entwickelt werden. Dieses wird verschiedene Organisations- und Führungsmodelle prüfen und konkrete Handlungsempfehlungen für die Zukunft formulieren.
Dabei stehen insbesondere folgende Fragen im Zentrum: Wie soll die Schulleitung künftig organisiert sein? Welche Aufgaben und Verantwortlichkeiten sollen klar geregelt werden?Wie kann die Schulverwaltung die Schulleitung optimal unterstützen?
Wie können Führungsstrukturen langfristig stabil und personenunabhängig ausgestaltet werden? Wie lassen sich Effizienz, Transparenz und klare Entscheidungswege verbessern?
Starke Führungsstrukturen sichern
Dem Gemeinderat und der Schule ist es ein zentrales Anliegen, auch künftig eine starke, stabile und zukunftsfähige Führungsstruktur sicherzustellen. Die Schule Spreitenbach soll organisatorisch so aufgestellt werden, dass sie nicht von einzelnen Schlüsselpersonen abhängig ist, sondern langfristig robust, verlässlich und handlungsfähig bleibt.
Die anstehenden Pensionierungen werden deshalb nicht nur als Herausforderung, sondern auch als Chance verstanden, bestehende Strukturen gezielt weiterzuentwickeln und frühzeitig die Grundlagen für die nächste Führungsphase zu schaffen. Ziel ist es, Verantwortlichkeiten klar zu definieren, Prozesse nachvollziehbar zu gestalten und die Zusammenarbeit zwischen Schule, Verwaltung und Politik nachhaltig zu stärken.
Der Gemeinderat legt grossen Wert darauf, dass mögliche Veränderungen sorgfältig vorbereitet, fachlich fundiert geprüft und breit abgestützt werden. Zum heutigen Zeitpunkt ist noch offen, welche konkreten Massnahmen sich aus dem Projekt ergeben werden.
Nächste Schritte werden geprüft
Ebenso ist derzeit noch nicht entschieden, ob allfällige Anpassungen organisatorisch durch den Gemeinderat beschlossen werden können oder ob die Einwohnergemeindeversammlung darüber befinden muss.
Sollten konkrete Massnahmen im politischen Prozess der Gemeindeversammlung zum Entscheid vorgelegt werden müssen, ist vorgesehen, diese im Rahmen der Einwohnergemeindeversammlung vom 24. November 2026 so aufzubereiten, dass der Bevölkerung ein konkreter Antrag unterbreitet werden kann.
Mit dem Projekt «Change Schulleitung Schule Spreitenbach» wollen Gemeinderat und Schule die kommenden Veränderungen frühzeitig, verantwortungsvoll und transparent angehen – mit dem Ziel, die Schule Spreitenbach auch langfristig erfolgreich und zukunftsfähig aufzustellen.










