Wildschweine fressen seinen Mais: Zürcher Bauer baut 15km-Zaun
Nicht nur die Trockenheit fordert die Bauern heraus: Auch Wildschweine sorgen auf den Feldern für Schäden und Mehraufwand.
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Das Wichtigste in Kürze
- Wildschweine verursachen auf Feldern erhebliche Schäden und zusätzlichen Aufwand.
- Bauern investieren in Schutzzäune, Jäger in teure Nachtsichtgeräte.
- Ein Bauer aus Eglisau ZH hat zur Abwehr ganze 15 Kilometer Zaun gespannt.
Seit Wochen kämpfen Bauern mit der anhaltenden Trockenheit. Wegen des fehlenden Regens stehen sie vor verschiedenen Herausforderungen. So mangelt es etwa an Futter für Kühe und Co.
Doch die Trockenheit ist nicht das einzige Problem. Auch Wildschweine sorgen bei Bauern für Ärger. Nau.ch hat einen Landwirtschaftsbetrieb in Eglisau ZH besucht.

«Wir haben zusätzlich 1400 Meter, die wir schützen müssen», sagt Landwirt Björn Wirth. Dafür hat er 28 Packungen Zaunmaterial gekauft. Günstig ist das nicht: Pro Packung zahlt er 80 Franken.
Insgesamt hat er einen 15 Kilometer langen Zaun gezogen. Dieser soll seine Maisfelder vor den Wildschweinen schützen.
Kurz gerechnet: Die 15 Kilometer Zaun kosten satte 24’000 Franken.

Ein Aufwand, der sich lohnt. Denn der Mais soll Futter für Björns Kühe werden. Richten die Wildschweine darin Schäden an, muss er Futter zukaufen, wie der Bauer sagt. Das ist aber derzeit aufgrund der anhaltenden Trockenheit schwierig.
Hilfe erhält der Bauer bei Jägern. Doch diese kriegen die Wildschweine nur selten zu sehen.
Denn zwischen einem bewachsenen Hang und dem Maisfeld liegen nur wenige Meter. Die Fläche dazwischen ist so klein, dass den Jägern kaum Zeit zum Schiessen bleibt, ehe die Tiere wieder im Dickicht verschwinden.
Ohne Zaun würden die Tiere einfach ins Maisfeld gelangen und das Getreide beschädigen.
Bei seinem Schutzzaun macht Bauer Björn drum ernst: Er ist elektronisch geladen mit 4000 Volt, dank eines Solarpanels.
Wirth erklärt: Gelangt eine Gruppe Wildschweine nachts aufs Feld, kann sie eine Fläche von 50 mal 50 Metern beschädigen.
«Es ist nicht das Ziel, eine Wildart auszurotten»
Die Jäger versuchen zu helfen, wo sie können. Weil Wildschweine nachtaktiv sind, bedeutet das jedoch auch für sie einen zusätzlichen Aufwand. Zudem ist teure Ausrüstung nötig.
Für ein Nachtsichtgerät inklusive Zubehör müssen Sie mit Kosten von rund 8000 bis 10'000 Franken rechnen. Das erklärt Sergio Taiana, Jagdobmann der Region Eglisau. «Das sind erhebliche Kosten, die sich auch nicht jeder leisten kann.»

«Es ist nicht das Ziel, eine Wildart auszurotten», stellt Taiana klar. Die Wildschweine sollen vielmehr auf einem vertretbaren Bestand gehalten werden. So soll der Schaden, den die Tiere verursachen, in einem «tragbaren» Rahmen bleiben.
Meistens wird nur ein Tier geschossen. Das reicht im Normalfall, damit sich eine Rotte – eine Gruppe von Wildschweinen – aus dem Staub macht.








