Die Bündner Gemeinden Lantsch und Albula haben sich für die Rückkehr des Idioms Surmiran als Schulsprache und damit gegen die einheitliche Schriftsprache Rumantsch Grischun entschieden.
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Ein Schulkind hält den Finger in die Höhe. (Symbolbild) - Keystone

In beiden Gemeinden wurde am Donnerstagabend eine Initiative erfolgreich, welche die Rückkehr von der Schriftsprache zum regionalen rätoromanischen Idiom in der Schule verlangt. In Lantsch wurde sie mit 25 zu 12 Stimmen angenommen in der Gemeinde Albula mit 32 zu 23. Bereits zuvor hatte die benachbarte Gemeinde Surses, wo ebenfalls Surmiran gesprochen wird, die Rückkehr zum Idiom beschlossen.

Rumantsch Grischun dürfte sich allerdings noch geraume Zeit in den Schulstuben der Mittelbündner Gemeinden halten. Surmiran werde ab dem Schuljahr 2021/22 in der ersten Primarklasse aufbauend von Schuljahr zu Schuljahr eingeführt, hiess es am Freitag auf Anfrage beim kantonalen Amt für Volksschule und Sport.

Diejenigen Schülerinnen und Schüler, welche die erste Klasse mit der Rumantsch Grischun als Schulsprache begannen, würden während der gesamten obligatorischen Schulzeit in der einheitlichen Schriftsprache unterrichtet.

In der Praxis vergehen laut Behördenangaben somit noch acht Jahre, bis die letzten Schülerinnen und Schüler, die Rumantsch Grischun lernten, die obligatorische Schulzeit beendet haben. Erst danach wird durchgehend nur noch das regionale Idiom Surmiran unterrichtet.

Die Schriftsprache Rumantsch Grischun ist in den letzten Jahren sukzessive aus den Schulstuben verdrängt worden. Unterrichtet wird sie noch an der zweisprachigen Schule in Trin, sowie an den zweisprachigen Klassen in Domat/Ems und Chur.

Trotzdem wird weiterhin viel publiziert in der rätoromanischen Einheitssprache. Sowohl der Bund als auch der Kanton Graubünden benutzen sie als Amtssprache. Zudem ist die Schriftsprache täglich in den rätoromanischen Medien präsent.