Graubünden soll als Ort zum Leben, Arbeiten und für Familien attraktiver werden und ebenfalls der Kanton als Arbeitgeber. Das sind zwei von sechs Schwerpunkten des Regierungsprogramms 2022.
Kanton Graubünden
Schweizer Fahnen und Fahnen des Kantons Graubünden. - Keystone

Ganz unbekannt war das Programm nicht, wurde es doch vom Kantonsparlament im Rahmen der Budgetdebatte im Dezember bereits diskutiert. Die Regierung nutzte am Dienstag aber ihr monatliches Treffen mit den Medien, um die wichtigsten Stossrichtungen der insgesamt 98 Jahresziele aus ihrer Sicht darzulegen.

Um die Attraktivität des Kantons als Lebens- und Arbeitsort zu steigern, will die Exekutive etwa die familienergänzende Kinderbetreuung stärken. Damit verbunden ist laut Regierungspräsident Marcus Caduff (Mitte) auch die Hoffnung, den Fachkräftemängel zu mindern. Graubünden soll auch für gut ausgebildete Berufsleute mit Familie attraktiv sein.

Der Fachkräftemangel ist ebenfalls für den Kanton als Arbeitgeber ein Thema. «Es wird zunehmend schwierig, kantonale Stellen mit guten Fachkräften zu besetzen», sagte Caduff. Mit einer Teilrevision des Personalgesetzes wolle die Regierung nun die Arbeits- und Anstellungsbedingungen modernisieren.

Zulegen will der Kanton bei der Erreichbarkeit mit öffentlichem Verkehr. «2022 erfolgen die ersten Schritte im Ausbau der Intercity-Verbindungen nach Zürich zum Halbstundentakt», sagte der Volkswirtschaftsdirektor. Zusätzliche Züge werden vorerst während der touristischen Hauptsaisons eingesetzt. 2025 soll der Aufbau eines «integralen Halbstundentaktes» abgeschlossen sein.

Das Vorhaben liegt zwar primär in den Händen des Bundes und der SBB. Der Kanton ist aber ebenfalls involviert, etwa beim Ausbau verschiedener Infrastrukturen.

Attraktiver werden will Graubünden auch im Bildungssektor. Die Regierung will für den Bau des neuen Zentrums der Fachhochschule Graubünden die Botschaft ausarbeiten, damit das Parlament über das konkrete Bauvorhaben befinden kann.

Mit einer neuen Wasserkraftstrategie will die Exekutive im Energiebereich eine neue Ära einläuten. Kanton und Gemeinden sollen Wasserkraftwerke nach dem Ablauf ihrer Konzession aufkaufen. Die öffentliche Hand soll nicht mehr der kleine Partner grosser Energiekonzerne sein, sondern Mehrheitsbesitzer werden.

Ein Generationsprojekt packt die Regierung an mit dem «Green Deal» für ein CO2-emissionsfreies Graubünden. In der ersten Etappe investiert der Kanton 67 Millionen Franken in eine effizientere Energienutzung. Gleichzeitig wird die zweite Etappe für die Beratung im Parlament vorbereitet.

Und schliesslich setzt die Regierung eine Erkenntnis aus den Untersuchungen zum Bündner Baukartell um. Der Kanton soll ein zentrales kantonales Bedrohungsmanagement einführen. In einem ersten Schritt wird dazu ein Konzept ausgearbeitet.

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