Das Projekt «Altern in Cham – Vision 2040» wurde lanciert, um Seniorinnen und Senioren ein zufriedenes Leben zu ermöglichen.
Hand Senior
Jemand hält die Hand eines Senioren (Symbolbild). - DPA

Die Einwohnergemeinde Cham verfügt bereits heute in verschiedener Hinsicht über eine gut aufgestellte Alterspolitik. Das zeigt eine Analyse der Hochschule Luzern. Vielfältige

Dienstleistungen und Infrastruktur sind vorhanden, um Seniorinnen und Senioren ein zufriedenes Leben zu ermöglichen. Damit in Zukunft auf ihre steigenden Bedürfnisse eingegangen werden kann, wurde das Projekt «Altern in Cham – Vision 2040» lanciert. Im Moment läuft eine Umfrage unter den Pensionierten, wie sie die Situation selber einschätzen.

In 30 Jahren wird mehr als jede vierte Person im Kanton Zug das Pensionsalter erreicht haben. Der Anteil der über 65-jährigen Wohnbevölkerung wird 2050 28 Prozent betragen, gegenüber 18 Prozent im Jahr 2020. Vor dem Hintergrund dieses demografischen Wandels richtet die Einwohnergemeinde Cham ihre Alterspolitik strategisch neu aus. So ist es in den Legislaturzielen 2019 bis 2022 festgelegt.

Dem Gemeinderat ist es wichtig, dass Seniorinnen und Senioren zufrieden altern können. Im Mai dieses Jahres erteilte er deshalb der Abteilung Soziales und Gesundheit den Projektauftrag, eine Strategie «Altern in Cham – Vision 2040» zu erarbeiten. Diese soll unter Einbezug von Institutionen, Organisationen und der Bevölkerung entstehen.

Um auch zu erfahren, wie Chamer Seniorinnen und Senioren selbst die Altersfreundlichkeit der Gemeinde einschätzen, läuft bis Ende Juni 2021 eine Umfrage. Alle Bewohnerinnen und Bewohner im Pensionsalter wurden in diesem Zusammenhang angeschrieben.

Die Ergebnisse werden im Rahmen des Chamer Seniorforums, am 23. November 2021, im Lorzensaal präsentiert und diskutiert. «Das bisherige Echo auf die Umfrage ist gross», sagt Christine Blättler-Müller, Vorsteherin Soziales und Gesundheit, «und auch das Interesse am letzten Forum zeigt, dass die Seniorinnen und Senioren bereit sind, aktiv ihre Zukunft und eine altersfreundliche Gemeinde mitzugestalten.»

Erste Weichen gestellt

Als Entscheidungsgrundlage für die Altersstrategie wird der Stand der Entwicklung und Umsetzung der bisherigen gemeindlichen Alterspolitik in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern HSLU und der Pro Senectute untersucht und eingeschätzt. Ein sogenanntes Gemeindeportrait liegt als erstes Ergebnis vor. Die Analyse zeigt, dass Cham bereits heute in verschiedener Hinsicht über eine gut aufgestellte Alterspolitik verfügt. Neben den Kernaufgaben bei der Pflege und Betreuung zeichnet sich die Gemeinde durch die aktive Förderung der Beteiligung von Seniorinnen und Senioren aus, beispielsweise mit dem Seniorenforum, dem Netzwerk «Altern in Cham» oder mit der KISS-Nachbarschaftshilfe. Auch die Gemeinwesenarbeit ist mit einem generationenübergreifenden Ansatz auf die Situation der älteren Menschen ausgerichtet. Zudem stehen zahlreiche Möglichkeiten zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zur Verfügung, die von unterschiedlichen Akteurinnen und Akteuren angeboten werden.

Empfehlungen für die Zukunft

«Die Untersuchungsergebnisse stellen der Alterspolitik der Gemeinde ein gutes Zeugnis aus», so Gemeinderätin Christine Blättler-Müller. «Gleichzeit sieht die HSLU in verschiedenen Themenfeldern Entwicklungspotential und interessante neue Ansätze für Cham, die wir nun vertieft diskutieren.»

Verbesserungspotenzial ortet die Analyse der Hochschule Luzern beispielsweise bei den Entlastungsdiensten für Angehörige, insbesondere im Zusammenhang mit Demenz. Zudem herrscht ein grosser Bedarf an altersgerechten Wohnangeboten. Die Gemeinde solle deshalb eine aktive Rolle und eine Steuerungsfunktion bei der Wohnraumentwicklung für ältere Menschen einnehmen. Teilweise macht Seniorinnen und Senioren generell zu schaffen, dass sich Cham vom Dorf zu einem urban geprägten Raum entwickelt.

Basierend auf der Analyse und den Empfehlungen wird der Gemeinderat die Eckwerte und Ziele einer zukünftigen kommunalen Alterspolitik festlegen.

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