Bis 2030 soll die Verwaltung in Cham 60 Prozent weniger Treibhausgasemissionen verursachen als 2019. Am 24. August 2021 hat dies der Gemeinderat beschlossen.
Die Einwohnergemeinde Cham setzt sich in Sachen Klimaneutralität hohe Ziele: Gemeindepräsident Georges Helfenstein (links), Projektleiterin Manuela Hotz und Gemeinderat Drin Alaj bei der im August 2021 in Betrieb genommenen neuen Photovoltaik-Anlage auf dem Schulhaus Kirchbühl 2. - Cham

Bis 2030 soll die Verwaltung in Cham 60 Prozent weniger Treibhausgasemissionen verursachen als im Jahr 2019. Dieses Ziel hat der Gemeinderat Ende August festgesetzt. Damit unterstützt er das vom Bundesrat formulierte Klimaziel und fördert Massnahmen, um dieses zu erreichen.

Ab 2050 soll die Schweiz unter dem Strich keine Treibhausgasemissionen mehr ausstossen. International wurde vereinbart, die globale Klimaerwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen.

Auch die Gemeinde Cham will dazu ihren Beitrag leisten. Am 24. August 2021 hat der Gemeinderat die Vision «CO₂-neutrale Verwaltung 2030» beschlossen.

Chamer haben dem CO₂- Gesetz zugestimmt

«Die Chamer sind sehr umweltbewusst und haben letztes Jahr auch dem CO₂- Gesetz zugestimmt», sagt Gemeindepräsident George Helfenstein. «Unsere Strategie berücksichtigt sowohl die direkten, als auch die indirekten Emissionen. Dies soll andere motivieren, ebenfalls im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv zu werden.»

Mit ihrer Netto-Null-Zielsetzung geht Cham einen Schritt weiter als andere Gemeinden und Städte.

Aktueller Stand der Emissionen analysiert

Die Zielsetzung des Gemeinderates basiert auf der Erhebung der gesamten Treibhausgasemissionen der Gemeindeverwaltung im Jahr 2019. Diese zeigt, dass der Betrieb der Einwohnergemeinde Cham jährlich Kohlendioxid-Emissionen in der Höhe von 1269 Tonnen produziert.

Rund 82 Prozent davon werden durch Heizungen verursacht (1043 Tonnen), neun Prozent durch Mobilität (110 Tonnen). Diese Emissionen sollen gemäss Beschluss des Gemeinderates bis 2030 um mindestens 60 Prozent reduziert werden.

«Mit dem Ziel der betrieblichen Klimaneutralität bis 2030 nimmt Cham eine Vorreiter- und Vorbildfunktion ein», erklärt Manuela Hotz, Projektleiterin Umwelt. «Der Gemeinderat zeigt damit Verantwortungsbewusstsein für den Klimaschutz und für eine lebenswerte Umwelt für kommende Generationen.»

Fünfter Platz in der Rangliste der Energiestädte

Die Gemeinde Cham trägt für ihr kontinuierliches Engagement in den Bereichen Energieeffizienz, erneuerbare Energien und Klimaschutz bereits die Auszeichnung «European Energy Award Gold» und belegt den fünften Platz in der Rangliste der Energiestädte. Die Gemeindeverwaltung nimmt ihre politische (Mit-)Verantwortung gegenüber der Umwelt und ihren Einwohnern sowie dem Pariser Klimaübereinkommen auch künftig in besonderer Weise wahr.

Sie berücksichtigt bei ihrer Strategie auch Emissionen, die durch Wasser- und Stromversorgung, Abfallentsorgung sowie die Herstellung und den Transport von Verbrauchsmaterialien und IT-Geräten verursacht werden.

Mit gezielten Massnahmen zur Klimaneutralität

Das Ziel der klimaneutralen Chamer Verwaltung soll primär durch eine effiziente und nachhaltige Energieversorgung sowie eine Modernisierung der Fahrzeuge erreicht werden. Fossile Heizungen werden künftig sukzessiv mit erneuerbaren Alternativen betrieben und energetisch optimiert sowie Gebäudehüllen zwecks Reduktion des Energieverbrauchs saniert.

Die Fahrzeugflotte wird auf energieeffiziente und emissionsarme Modelle umgestellt. «Wir werden zuerst dort ansetzen, wo das grösste CO2-Sparpotzenzial besteht», sagt der für Umweltfragen zuständige Gemeinderat Drin Alaj.

Zusätzlich werden die Mitarbeitenden für umweltfreundliches Verhalten sensibilisiert und mit speziellen Richtlinien ein sparsamer, effizienter und klimafreundlicher Umgang mit Ressourcen gefördert. «Der gewünschte Erfolg ist nur mit der Unterstützung und dem individuellen sowie gemeinsamen Beitrag aller Mitarbeitenden möglich», so Drin Alaj weiter.

Chamer Bevölkerung entscheidet

Alle diese Massnahmen reichen jedoch noch nicht aus, die Treibhausgasemissionen der Gemeindeverwaltung ganz auf Null zu bringen. Deshalb wird 2028 die Situation nochmals analysiert und ein Vorschlag erarbeitet, wie die restlichen betrieblichen Emissionen ausgeglichen werden können.

Die Gemeindeversammlung wird im Jahr 2029 darüber entscheiden. Derzeit bieten sich als Alternativen Projekte an, die der Atmosphäre CO₂ entziehen, oder der Einkauf von Emissionszertifikaten. Die Massnahmen zur Klimaneutralität sind keine isolierte Aktion, sondern in eine Gesamtstrategie für eine umweltfreundliche Verwaltung eingebunden.

Auch für die Bevölkerung werden in Cham laufend verschiedene sensibilisierende Projekte lanciert, beispielsweise Zero-Waste-Workshops, Publikationen zum Thema «Nachhaltig leben» oder Anti-Littering-Kampagnen an den Schulen.

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