Skorps fliegen zum Ausgleich: Souveräner 6:1-Heimsieg
Vor rekordverdächtiger Kulisse in Zollbrück gleichen die Skorps die Halbfinalserie aus. Dank Effizienz und einer starken Töndury feiern sie einen 6:1-Sieg.

In Zollbrück wurden an diesem regnerischen Sonntag improvisierte Bänkli und Schwedenkästen aufgestellt, um alle 396 Zuschauenden beherbergen zu können, berichtet der UHV Skorpion Emmental.
Anziehend ist sie allemal, diese Derby-Halbfinal-Affiche und seit die Skorps ihrerseits gestern Samstag mit dem ersten 6:3-Sieg eingestempelt haben, ist sie auch so richtig lanciert.
Die Skorps konnten wiederum besser ins Spiel starten und bereits in der ersten Minute nach einem Freistoss mit Direktabschluss von Hanimann und nach gestochert von Siegenthaler vor dem Tor in Führung gehen. Der grün-schwarze Fansektor explodierte ein erstes Mal.
Spektakel im munteren Derby
Im Startdrittel steckte die gestrige Aufholjagd der Skorps wohl beiden Teams noch in den Knochen: Die Wizards tauchten mit einem Lattenschuss durch Misteli nur einmal wirklich gefährlich vor Töndury auf, während Greber auf der anderen Seite alle Hände, Beine und Maske voll zu tun hatte, um eine höhere Zollbrücker Führung abzuwenden.
Die gefährlichste Phase hatten die Burgdorferinnen selbstredend mit einer Frau mehr, als Hanimann nach einem streng geahndeten Foul die Strafbank wärmte. Wegen beidseitig aufopfernder Defensivarbeit geht das knappe Drittelsresultat aber so in Ordnung.
Drittel Nummer zwei sollte nun einiges an Spektakel für die beiden munter johlenden Fanlager bereithalten. Aline Marti wirkte als Protagonistin beim ersten Highlight: Den öffnenden Pass von Captain Thomi wusste sie technisch versiert zu verarbeiten und schloss die folgende Zwei-gegen-eins-Situation kaltblütig gleich selbst ab.
Vorentscheidung durch Doppelschlag
Stoffers auf Burgdorfer Seite und Chuda auf Seite der Skorps hatten das unrühmliche Vergnügen des nächsten Scheinwerferlichts, als sie beide auf der Strafbank Platz nahmen. Die Strafe von Chuda aus Sicht des Heimteams umso ärgerlicher, weil sie in der Überzahl und wegen eines nicht eingehaltenen Abstandes bei einem Freistoss zustande kam.
In der folgenden etwas chaotischen Phase hatten die Wizards etwas mehr vom Spiel. Die zuvor noch gescholtene Chuda drückte dieses Aufbäumen allerdings nieder, als sie ihrerseits einen Konter einleitete, die Verteidigerin umkurvte und die frei stehende Buri fand, die keine Mühe hatte, den Volleyabschluss hinter Greber zu versenken.
Das anschliessende 4:0 durch Sheryl Kiener zwei Minuten später brachte nun endlich auch Staffmitglied Sascha Kobel zum Jubeln, wofür er sogar kurz das Bearbeiten der Schussstatistik unterbrach.
Abgeklärte Defensive lässt wenig zu
Die effizienten Skorps sahen sich nun in der zweiten Drittelshälfte allerdings mehr und mehr mit Defensivaufgaben beschäftigt, leisteten sich immer wieder Fehler in der Auslösung und konnten sich bei der mehrfach mirakulös parierenden Töndury bedanken, dass die Null auch nach 40 Minuten noch von der Anzeigetafel leuchtete.
Die Skorps konnten wohl etwas entgegen dem Spielverlauf sogar noch einen drauflegen, und Eli Chudas kompromissloser Schuss war ebenso überraschend wie unhaltbar. Die Wizards zeigten sich trotz des deutlichen Rückstandes im Schlussabschnitt kämpferisch.
Viel Zählbares beim fünf gegen fünf schaute allerdings nicht heraus. Zu abgeklärt agierte die Defense der Skorps mit Ball und zu aggressiv und unangenehm waren sie in den Zweikämpfen ohne Ball. Für die Linie der Schiedsrichter gerade etwas zu aggressiv, agierte Garbare in der 47. Minute, was eine kleine Bankstrafe zur Folge hatte.
Souveräne Antwort auf den Ehrentreffer
Burgdorf setzte sein Timeout ein, agierte 1 Minute erfolglos fünf gegen vier und versuchte sich in der zweiten Minute ohne die auf dieses Drittel neu eingewechselte Grundbacher gar sechs gegen vier. Mit dem Ablauf der Strafe donnerte Morf den Ball doch noch in die Maschen, Töndury war ein erstes und letztes Mal an diesem Abend geschlagen.
Wer jetzt eine hektische Schlussphase erwartete, wurde enttäuscht (oder freudig überrascht). Die Skorps waren heute souverän aufgelegt, blockten die Geschosse weg, verloren keine gefährlichen Bälle und konnten immer wieder mit Ballbesitzphasen Zeit von der Uhr nehmen.
Buri zeigte sich fürs Schlussresultat von 6:1 verantwortlich, als sie neben dem Burgdorfer Block ins wiederum verlassene Burgdorfer Tor traf, und die Skorps flogen an diesem Nachmittag regelrecht zum Serienausgleich.
Gemeinsam zum Serienausgleich
«Merci, Skorps, merci!», skandierte die Fankurve nach Spielschluss als Reaktion auf diese beeindruckende Leistung, auf diesen Steigerungslauf in der Halbfinalserie und auf die weiter aufwärts zeigende Entwicklungskurve!
«Merci, Fans, merci!» gibt es aus dem Team sehr gerne zurück für die fantastische Unterstützung, für die selbstgebastelten Tröten, für die schön gezeichneten Transparenten und für die heisere Stimme, die die Fans zum Wochenstart in Kauf nehmen!
Die Skorpioninnen freuen sich, wenn sie am Donnerstag im Spiel fünf wieder auf eine lautstarke Unterstützung in Burgdorf zählen können und den Zauberinnen aus Burgdorf erneut den Giftstachel zeigen werden. Be there, wenn um 20 Uhr der Startpfiff ertönt!






