Wie die Gemeinde Goms informiert, wurde das Naherholungsgebiet am Geschinersee in den letzten zwei Jahren ökologisch aufgewertet.
Ein Bergbach in einem Wald. (Symbolbild)
Ein Bergbach in einem Wald. (Symbolbild) - Pixabay

Das Naherholungsgebiet am Geschinersee im Goms wurde in den letzten zwei Jahren umfassend revitalisiert. Die neu gestaltete Landschaft wertet den Lebens- und Erholungsraum für Menschen, Tiere und Pflanzen auf.

Das Projekt wurde von den Gemeinden Obergoms und Goms mit Unterstützung der kantonalen Dienststelle für Wald, Flussbau und Landschaft (DWFL), des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) und Pro Natura umgesetzt. Die Revitalisierung des Niderbachs ist ein Vorzeigebeispiel dafür, wie die ökologische Aufwertung von Biotopen im Einklang mit der touristischen Naherholung umgesetzt werden kann.

Im letzten Jahrhundert haben sich Gewässer stark von ihrem natürlichen Zustand entfernt. So auch der Niderbach bei Geschinen im oberen Gommertal.

Der Bach floss unterirdisch

Seit den 40er Jahren wurde er teils in schmalen Rinnen mit naturfremden Ufermauern, teils verrohrt in den Rotten geleitet. Der Bach floss unterirdisch durch den ehemaligen Militärflugplatz.

Bereits 1999 erfolgte eine erste Renaturierung des Westteils der Landebahn. Dort prägt seit Anfang 2000 der Geschinersee das Landschaftsbild.

Die Gemeinden Obergoms und Goms haben sich vor vier Jahren dazu entschieden, die verbleibenden sanierungsbedürftigen Verbauungen zu entfernen und mit einer naturnahen Revitalisierung des Niderbachs den Lebensraum für die charakteristischen Tier- und Pflanzenarten wiederherzustellen. Die Revitalisierung wurde von der DWFL, dem BAFU und Pro Natura begleitet und finanziell unterstützt.

Die Tierbestände

Bei der Revitalisierung sollten die Lebensräume für Fische, Libellen, Amphibien, Vögel und durchreisende Tiere verbessert werden. Das Bachbett wurde erweitert, Hindernisse beseitigt und Flachwasserbereiche geschaffen. Heute ist der Niderbach wieder fischgängig für die ansässigen Bachforellen und künftig für Äschen.

Die Uferbereiche wurden mit standorttypischen Arten wie Lorbeer-, Reif- und Lavendelweiden, Tamarisken und Sanddorn bepflanzt und Kleingewässer angelegt. So ist eine ideale Umgebung für Gross- und Kleinlibellenarten, Grasfrösche und Erdkröten entstanden.

Im bestehenden Feuchtbiotop östlich des Geschinersees wurden die Rohrkolbenbestände reduziert und die offene Teichfläche vergrössert. Dies hilft Vögeln wie dem Eisvogel, der bereits wieder beim Tauchen nach Kleinfischen gesichtet wurde.

Die Pflanzen

Auch Pflanzen werden besser geschützt. Die in der Schweiz äusserst seltenen Arten des rasigen Vergissmeinnichts und der österreichischen Teichbinse wurden in ein wertvolles Vegetationsgebiet östlich des bestehenden Biotops versetzt, um sie in einem geschützten Bereich zu erhalten.

Damit ein harmonisches Nebeneinander von Mensch und Natur im Biotop möglich wird, haben die Projektverantwortlichen auf eine umsichtige Besucherlenkung geachtet. Weideflechtzäune, Asthaufen und eine geschützte Vogelbeobachtungsstelle sorgen dafür, dass Tiere und Pflanzen ungestört bleiben und dennoch aus der Nähe betrachtet werden können.

Informationstafeln vermitteln zudem Hintergrundwissen über Fauna und Flora des Biotops. Revitalisierungen sind ein zentraler Bestandteil des modernen Gewässerschutzes und werden in der Schweiz gezielt gefördert.

Ökologie und Tourismus

Die Revitalisierung des Niderbachs ist ein Vorzeigebeispiel dafür, wie die ökologische Aufwertung von Biotopen im Einklang mit der touristischen Naherholung umgesetzt werden kann.

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