Im Kanton Bern ist es im laufenden Jahr zu 15 Angriffen von Wölfen auf Nutztiere gekommen - 14 weniger als im Vorjahr. 41 Nutztiere starben (Vorjahr: 51). Im Vergleich zu 2020 sind sowohl die Zahl der Angriffe als auch die Zahl der getöteten Nutztiere zurückgegangen.
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DNA-Proben zeigen, dass ein Wolf die Schafe in Bonstetten ZH gerissen hat. (Archivbild) - Keystone

Im Kanton Bern ist es im laufenden Jahr zu 15 Angriffen von Wölfen auf Nutztiere gekommen - 14 weniger als im Vorjahr. 41 Nutztiere starben (Vorjahr: 51). Im Vergleich zu 2020 sind sowohl die Zahl der Angriffe als auch die Zahl der getöteten Nutztiere zurückgegangen.

Wie das kantonale Jagdinspektorat diese Woche auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bekanntgab, wurden bis Ende November 38 Schafe und drei Ziegen Opfer des Wolfs. Das Jagdinspektorat gibt diese Zahlen schon vor Jahresende bekannt, weil nun die Zeit der Sömmerung vorbei ist und damit auch das grösste Risiko für Nutztiere.

Allerdings schliesst das Jagdinspektorat nicht aus, dass sich die Zahlen wegen Vorfällen auf Heimweiden im Winter noch erhöhen.

Der kantonale Jagdinspektor Niklaus Blatter spricht von einer Statistik im Durchschnitt der letzten Jahre. Im Jahr 2019 verzeichnete der Kanton Bern nur vier Angriffe und sechs tote Nutztiere. 2018 starben 30 Nutztiere bei zwölf Angriffen.

Die überwiegende Zahl der 41 in diesem Jahr gerissenen Nutztiere waren laut Blatter nicht ausreichend gegen Wolfsangriffe geschützt. Im Kanton Bern lebten laut Jagdinspektorat im laufenden Jahr rund 65'000 Schafe aus etwa 1500 Betrieben.

Wie Jagdinspektor Blatter weiter sagt, war das laufende Jahr geprägt von relativ vielen Rissen in den ersten Monaten. Dann folgte eine relativ ruhige Zeit. Dies nicht zuletzt, weil ein Wildhüter Ende Februar dieses Jahres bei Zimmerwald die Wölfin F78 abschoss.

Laut der eidgenössischen Jagdverordnung können Wölfe dann zum Abschuss freigegeben werden, wenn diese in ihrem Streifgebiet innert vier Monaten mindestens 35 Nutztiere getötet haben. Im Fall von Wölfin F78 waren es am 19. Februar deren 36. Der Kanton Bern ordnete deshalb ihren Abschuss an.

Zu einer Rudelbildung kam es auch in diesem Jahr auf Kantonsgebiet nicht. Wie auf der Internetseite des Kantons Bern zu erkennen ist, wurden dieses Jahr auch im Berner Jura Wölfe gesichtet. Auf dem Geoportal des Kantons Bern findet sich eine Karte, auf der alle Sichtungen und Wolfsrisse vermerkt sind.

Auf die Frage, ob Forderungen nach einer stärkeren Regulierung des Wolfs angesichts der eher ruhigeren Situation im Kanton Bern berechtigt sind, sagt das kantonale Jagdinspektorat: «Das ist eine politische Frage, zu der wir uns als Vollzugsorgan nicht äussern.»

Wie Jagdinspektor Blatter weiter sagt, ist die Fauna des Kantons Bern seit Kurzem um eine Tierart reicher: Um den Goldschakal.

Dieser «Canis aureus», wie er in der Wissenschaft heisst, ist ein mittelgrosser Vertreter der Familie der Hundeartigen. Er steht mit einem Körpergewicht von acht bis zehn Kilogramm zwischen Fuchs und Wolf. Er ist leicht mit anderen Hundeartigen zu verwechseln

In der Schweiz wurde der Goldschakal erstmals 2011 gesichtet. Ursprünglich aus Südosteuropa stammend, breitet sich die Art derzeit rasant nach Norden und Westen aus.

Das neue Tier ist laut Blatter bereits im gesamten Kantonsgebiet festgestellt worden, «wenn auch bisher selten», so der kantonale Jagdinspektor. «Wir gehen aber davon aus, dass diese Tierart zunehmen wird.»

https://www.map.apps.be.ch/pub/synserver?project=a42pub_raubtier&userprofile=geo&client=auto&language=de

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