Wer wird «Kulturhauptstadt Schweiz 2030»?
Aarau, Thun, Bellinzona oder Lugano: Im März besucht eine Jury des Vereins KHS die vier Bewerberstädte für diese Rolle. Die finale Beratung ist Anfang Juni.

Der Wettbewerb, wer «Kulturhauptstadt Schweiz 2030» wird, tritt in die entscheidende Phase: Im März besucht die Delegation der Jury des Vereins KHS die vier Bewerberstädte Aarau (17. März), Thun (20. März), Bellinzona (25. März) sowie Lugano mit Mendrisio und Locarno (26. März).
Wie der Verein Kulturhauptstadt Schweiz ausführt, wird sich die Delegation dabei vertieft über die Motivation und die Zielsetzung der Städte informieren. In allen Städten werden drei bis vier potenzielle wichtige Orte und Institutionen besucht sowie deren Rolle im Jahr als Kulturhauptstadt evaluiert.
Die Eindrücke und Ergebnisse der Jury-Delegation fliessen in einen Bericht ein, welcher der Gesamtjury des Vereins KHS zusammen mit den eingereichten Bewerbungsdossiers als Grundlage für die finalen Beratungen Anfang Juni dient.
Zentrales Beurteilungskriterium: die kulturelle Teilhabe
Während der insgesamt vier Besuchstage klärt die Jury-Delegation im Dialog mit den Behörden sowie den Projektverantwortlichen offene Fragen, die sich aus der Prüfung der eingereichten Bewerbungs-dossiers ergeben haben.
Im Zentrum stehen dabei die Motivation der Städte sowie ihre übergeordneten Zielsetzungen.
Das Konzept der Kulturhauptstadt Schweiz beruht darauf, dass sich eine Stadt nicht allein als Veranstalterin von Anlässen versteht, sondern langfristige und nachhaltige Entwicklungen anstösst.
Ein zentrales Beurteilungskriterium ist die kulturelle Teilhabe: Die Städte sind aufgefordert, möglichst alle kulturellen Akteure sowie die Bevölkerung breit und inklusiv in das Projekt einzubeziehen. Darüber hinaus thematisiert die Jury Fragen zur finanziellen Absicherung sowie zur vorgesehenen Organisationsstruktur.
Potenzial und besondere Orte entdecken
Beim Besuch der vier Städte soll die Delegation vor Ort Einblicke in das Potenzial für Grossereignisse gewinnen. Der Titel soll den verschiedenen Städten einen Mehrwert bieten und neue Publika anziehen.
Während des Besuches in den vier Städten wird auch die vorhandene Infrastruktur genauer unter die Lupe genommen.
Zu diesem Zeitpunkt erwartet die Jury-Delegation noch keine detaillierten Programmvorstellungen. Sie möchte jedoch einen ersten Einblick in den möglichen Kulturmix erhalten.
Eine Kulturhauptstadt sollte möglichst alle Sparten berücksichtigen und dabei attraktive Veranstaltungen für ein bestehendes sowie ein neues Publikum anbieten.
Jury-Delegation
Die Jury-Delegation setzt sich aus Cathy Flaviano, Leiterin Play Suisse SRG SSR, Jacques Cordonier, ehemaliger Chef der Dienststelle für Kultur des Kantons Wallis, und Daniel Hitzig, Produzent und Stiftungsratspräsident des Schweizer Presserats, zusammen.
Sie wird begleitet von Tony Burgener, Vizepräsident, und Myriam Neuhaus, Geschäftsführerin des Vereins KHS.
Die Delegation erstellt einen Bericht, welcher der Gesamtjury im Verlauf des Monats Mai zugestellt wird.
Die Jury des Verein KHS wird präsidiert von Daniel Rossellat, Initiator des Vereins und des Projektes Kulturhauptstadt Schweiz, Stadtpräsident von Nyon und Gründer des Paleo-Festivals.
Kulturhauptstadt Schweiz
Das Projekt Kulturhauptstadt Schweiz wurde 2013 von Daniel Rossellat, Stadtpräsident von Nyon und Gründer des Paléo Festivals, initiiert. Inzwischen wurde das Projekt in die Kulturbotschaft 2025 bis 2028 des Bundesrates integriert.
Alle drei Jahre wird eine Schweizer Stadt, in der Regel mit mehr als 20‘000 Einwohnern, zur Schweizer Kulturhauptstadt ernannt. Sie wird während 365 Tagen ein attraktives Kulturprogramm anbieten, das für alle zugänglich ist.
Damit trägt das Projekt zum Zusammenhalt des Landes bei und bietet Plattformen für den Austausch auf kultureller, aber auch auf wirtschaftlicher und sozialer Ebene. La Chaux-de-Fonds ist 2027 die erste Schweizer Stadt, die den Titel «Kulturhauptstadt Schweiz» trägt.






