Wegen Pandemie mehr Stalking-Fälle durch Nachbarn in der Stadt Bern

    Keystone-SDA Regional
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    Bern,

    Im vergangenen Jahr haben sich 117 Personen bei der Stalking-Beratungsstelle der Stadt Bern gemeldet. Das sind gleich viele wie im Vorjahr, aber weniger als vor der Pandemie. Grund für den Rückgang sind die coronabedingten Einschränkungen des sozialen Lebens.

    Stalking
    Nun wird berichtet, dass der mutmassliche Täter das Profil eines Serienstalkers habe. (Symbolbild) - dpa/AFP/Archiv

    Aufgrund der Pandemie habe sich das Privat- und Berufsleben vieler Bernerinnen und Berner stark in die eigenen vier Wände verlagert, teilte die Stadt Bern am Montag mit. Für die Fachstelle Stalking-Beratung hatte dies zur Folge, dass Betroffene vermehrt den Erstkontakt via E-Mail suchten und Online-Beratungen in Anspruch nahmen.

    Die Verlagerung nach Hause zeigt sich auch in den Stalking-Fällen. So haben die Meldungen von Nachbarschafts-Stalking zugenommen. Sie machten letztes Jahr 16 Prozent der Fälle aus, 2020 waren es 9 Prozent gewesen.

    Weitaus am häufigsten - in 44 Prozent der Fälle - handelte es sich beim Belästiger um den früheren Beziehungspartner. Opfer von Stalking waren zu 85 Prozent Frauen. Die Fachstelle zeige den Betroffenen Verhaltensmöglichkeiten auf und berate sie in rechtlichen Fragen, schreibt die Stadt Bern.

    In drei von vier Fällen erfüllten die Belästigungen keinen eigenen Straftatbestand. Stalking kann in der Schweiz nur strafrechtlich verfolgt werden, wenn es um Drohung, Nötigung oder Sachbeschädigung geht.

    Bei den Stalking-Opfern stosse diese Gesetzeslücke teilweise auf grosses Unverständnis, hiess es weiter. Wie aus den Beratungsgesprächen der Fachstelle hervorgehe, wäre eine klarere Gesetzgebung für viele Betroffene eine grosse Erleichterung.

    www.bern.ch/stalking

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