Das Bundesgericht wird sich noch einmal mit der zentralen Speicherung von Gästedaten im Kanton Bern befassen müssen. Denn es ist noch eine zweite Beschwerde desselben Anwalts hängig.
Contact Tracing Coronavirus
Ein Contact Tracer im Kanton Baselland ermittelt dem Coronavirus ausgesetzte Personen. (Symbolbild) - keystone

Dass die beiden Verfahren nicht zusammengelegt wurden, sei «ganz offensichtlich rechtlich falsch» und erfolge zu seinem Nachteil, erklärte der Beschwerdeführer am Mittwoch im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Zur zweiten Beschwerde sei er aus formalen Gründen gezwungen gewesen. Dabei habe er dem Bundesgericht auch neue Erkenntnisse zukommen lassen, die im Urteil zur ersten Beschwerde unbeachtet geblieben seien.

So verwies er auf eine im August publizierte Stellungnahme des Eidgenössischen Datenschutzbeauftragten: Das Bundesrecht sehe eine zentrale Kontaktdatenbank nicht vor, und eine solche sei datenschutzrechtlich problematisch.

Zudem gehe aus der Antwort des Berner Regierungsrats auf einen parlamentarischen Vorstoss eindeutig hervor, dass es nur um ein paar wenige Fälle gegangen sei, in welchen überhaupt Kontaktdaten von Restaurants notwendig gewesen seien.

Wegen durchschnittlich eines Falls pro Monat habe man eine zentrale Kontaktdatenbank errichtet und Bestimmungen geschaffen, die erheblich in die Persönlichkeitsrechte von Bürgern eingriffen. Die Unverhältnismässigkeit sei offenkundig.

Seit Mitte September gilt in Restaurants, Bars und Clubs die Zertifikatspflicht. Die Betreiber müssen seither keine Kontaktdaten mehr erfassen. Dazu verpflichtet sind aber die Discotheken und Tanzlokale.

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