Fehleinschätzungen im Jahr 2017 und strukturelle Probleme haben zur Krise bei der Musikschule Köniz geführt: Zu diesem Schluss kommt die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Gemeindeparlaments. Sie legte am Donnerstag ihren Untersuchungsbericht vor.
Musikschule Köniz
Ein Junge spielt an einem Flügel. (Symbolbild) - dpa

Die Schule war 2017 in finanzielle Probleme geschlittert. Die Gemeinde musste mit 375'000 Franken aushelfen. Mittlerweile wurde die Zusammenarbeit der Gemeinde mit der Schule neu aufgegleist. Das Parlament wollte die Vorkommnisse aber noch ausleuchten.

Der 55-seitige Untersuchungsbericht listet eine Reihe von problematischen Entwicklungen auf. Er macht aber auch deutlich, dass es keine Indizien gebe, wonach irgendjemand der Musikschule vorsätzlich Schaden zugefügt hätte.

Die Schule habe sich ab Mai 2017 in einer personellen Krisensituation befunden, heisst es in dem Bericht. Die administrativen Abläufe gerieten wegen krankheitsbedingter Abwesenheiten ins Stocken.

Die Schule geriet immer mehr in eine Negativspirale. So gab es durch die Absage der Hauptversammlung im Sommer 2017 vermehrt Gerüchte über Missstände in der Administration. Ein Teil der Lehrerschaft stellte sich gegen das Präsidium.

Mit dem «ungeordneten und in dieser Form nicht rechtskonformen» Rücktritt des Vorstands habe die Krise ihren Höhepunkt erreicht, heisst es weiter. Der Gemeinderat übernahm im September 2017 interimistisch die Geschäftsführung, was auch Schwierigkeiten mit sich brachte - namentlich «eine problematische Doppelrolle» des damaligen Gemeindepräsidenten Ueli Studer (SVP).

In finanzielle Schieflage sei die Musikschule wegen Entscheidungen ab September 2017 geraten, stellt der Bericht fest. Die Aufstockung des Personals in der Administration habe zu einem Ungleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben geführt. Das Eigenkapital von fast einer halben Million Franken sei weitgehend aufgebraucht worden.

Die GPK erwartet gemäss Communiqué vom Donnerstag, dass nun die Lehren aus den gemachten Fehlern und aus den erkannten strukturellen Unzulänglichkeiten gezogen werden. Vor allen Dingen müsse der Gemeinderat innert nützlicher Frist die Rechtsform der Musikschule überprüfen. Die Rechtsform des Vereins habe die Krise im Sommer 2017 zumindest begünstigt.

Der Grosse Gemeinderat befasst sich am 22. Juni mit dem Untersuchungsbericht.

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