Der Kanton Bern will seine Berufsfachschulen neu aufstellen. Die verschiedenen Berufe sollen möglichst optimal auf die Schulstandorte verteilt werden. Damit will der Kanton den Schulen ermöglichen, sich einer rasch wandelnden Bildungslandschaft anzupassen.
Eine Schülerin verlässt den Container, nachdem sie an der Neuen Kantonsschule Aarau am Mittwoch geimpft wurde. Der Kanton Aargau bietet neu Impfungen an den Mittel- und Berufsfachschulen an.
Eine Schülerin verlässt den Container, nachdem sie an der Neuen Kantonsschule Aarau am Mittwoch geimpft wurde. Der Kanton Aargau bietet neu Impfungen an den Mittel- und Berufsfachschulen an. - sda - KEYSTONE/CHRISTIAN MERZ

Die aktuelle Zuteilung von Berufen zu Schulen im Kanton Bern ist historisch gewachsen. Die Berner Berufsfachschulen verstehen sich als teilautonome Schulen. Aktuell gibt es wenig Anreize im System zu Kooperationen.

Die Veränderung der Arbeitswelt, das Bevölkerungswachstum und die Digitalisierung werden in den kommenden Jahren eine stärkere Zusammenarbeit jedoch erfordern. Dies hat auch die Politik erkannt und entsprechende Forderungen deponiert.

Dazu kommt, dass Lehren in manchen Berufen regelrecht boomen während sie in anderen Berufsfeldern rückläufig sind. Der Kanton Bern hat nun nach bestimmten Kriterien jene Berufe ermittelt, die im Verhältnis zur Anzahl Lehrverträge aktuell zu wenig oder zu viele Schulstandorte im Kanton Bern aufweisen.

Dementsprechend soll nun der Umbau der Berufsschullandschaft im Kanton Bern erfolgen. Die Bildungsdirektion hat am Mittwoch ihren Vorschlag in die Vernehmlassung geschickt.

So soll beispielsweise der Beruf Fachfrau/Fachmann Betreuung Kind von aktuell einem zentralen Standort in Bern auf drei zusätzliche Standorte in den Regionen verteilt werden. Bei der Wahl der zusätzlichen Standorte wird darauf geachtet, dass an diesen ebenfalls der Beruf Fachfrau/Fachmann Gesundheit beschult wird, sodass Synergien genutzt werden können.

KV- und Detailhandelsberufe sollen künftig an weniger Standorten, jedoch in allen vier Regionen des Kantons angeboten werden.

Weil die Lehren als Polymechaniker/in EFZ und Automatiker/in EFZ rückläufig sind, wird dieser Beruf künftig an einem Standort weniger geführt. Die Berufsfachschule Interlaken gibt die beiden Berufe nach Thun ab. Interlaken soll demgegenüber für Berufe in der Gastronomie und Hotellerie gestärkt werden.

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