Kanton Bern: Polizei und Armee üben Ernstfall – Bilanz fällt positiv aus
Vom 12. bis 15. September 2026 haben Kantonspolizei und Armee im Kanton Bern den Ernstfall trainiert. Die erste Bilanz der Übung «FIDES 26» fällt positiv aus.

Am Dienstag hat die Sicherheitsdirektion des Kantons Bern mit der Kantonspolizei Bern und der Territorialdivision 1 der Schweizer Armee anlässlich einer Medienkonferenz in Bern erste Erkenntnisse aus der praktischen Verbundsübung «FIDES 26» präsentiert. Seit Samstag trainieren die Sicherheitskräfte die gegenseitige Unterstützung in ausserordentlichen Lagen und stärken ihre Zusammenarbeit. Damit leisten sie einen Beitrag zur Sicherheit im Kanton Bern.
Vom 12. bis 15. September 2026 findet im Kanton Bern zum zweiten Mal die praktische Verbundsübung «FIDES 26» (lateinisch für Vertrauen) statt. Ziel der Übung ist es, die zivil-militärische Zusammenarbeit und die gemeinsame Handlungsfähigkeit in einer ausserordentlichen Lage zu trainieren (siehe Medienmitteilungen der Sicherheitsdirektion vom 7. Mai 2026 und 7. September 2026).
Am Dienstag, 15. September 2026, präsentierte Regierungsrat Philippe Müller, Sicherheitsdirektor des Kantons Bern, zusammen mit dem Kommandanten der Kantonspolizei Bern, Christian Brenzikofer, und dem Kommandanten der Territorialdivision 1 der Schweizer Armee, Divisionär Raynald Droz, an einer Medienkonferenz eine erste Bilanz der Übung.
Zusammenarbeit hat sich bewährt – Schwachstellen identifiziert
Nach rund zweijähriger Planung standen während der viertägigen Verbundsübung bis zu rund 180 Mitarbeitende der Kantonspolizei Bern und rund 1’000 Angehörige der Territorialdivision 1 der Schweizer Armee im Einsatz. In mehreren Übungsmodulen an verschiedenen Standorten im Kanton Bern trainierten sie unter realitätsnahen Bedingungen insbesondere die Führung und Koordination inkl. Abläufen und Schnittstellen, den Schutz kritischer Infrastrukturen sowie den Einsatz spezialisierter Einheiten.
Die ersten Erkenntnisse der Übung zeigen, dass sich die Zusammenarbeit zwischen der Kantonspolizei Bern und der Territorialdivision 1 der Schweizer Armee unter anspruchsvollen Übungsbedingungen bewährt hat. Die Auftragserteilung, die Koordination der Einsatzkräfte und der Informationsaustausch haben grundsätzlich gut funktioniert.
Gleichzeitig konnten Schwachstellen identifiziert werden. Diese Erkenntnisse werden nun gemeinsam vertieft analysiert, um die notwendigen Konsequenzen daraus zu ziehen und die Zusammenarbeit weiterzuentwickeln. Regierungsrat und Sicherheitsdirektor Philippe Müller hält fest: «Eine Übung ist besonders wertvoll, wenn sie auch Schwachstellen sichtbar macht: wenn wir erkennen, wo Abläufe verbessert, Schnittstellen geschärft oder gegenseitige Erwartungen noch besser geklärt werden müssen».
Über die Ergebnisse der Auswertung wird die Sicherheitsdirektion des Kantons Bern gegen Ende Jahr informieren. Der Kommandant der Kantonspolizei Bern, Christian Brenzikofer, betont mit Blick in die Zukunft und eine mögliche dritte «FIDES»-Übung in ein paar Jahren: «Eine Übung soll nicht nur bestätigen, dass wir alles richtig machen. Sie soll uns zeigen, wo wir noch besser werden können».
Realitätsnahes Szenario mit erhöhter Bedrohungslage
Im Zentrum des Übungsszenarios stand eine länger andauernde hybride Bedrohung (Cyber, Desinformation, Terror, etc.) unter wachsender Kriegsgefahr in Europa, in deren Verlauf mehrere fiktive Organisationen verschiedene Anschläge im Kanton Bern verübten. Aufgrund konkreter Hinweise auf weitere Angriffe insbesondere auf kritische Infrastrukturen übernahm die Armee im Auftrag der Kantonspolizei Bern den Schutz der Sendetürme «Bantiger» und «Ulmizberg» sowie der Energiezentrale Forsthaus in Bern. «Der Schutz kritischer Infrastrukturen ist eine gemeinsame Aufgabe. Die Wirksamkeit hängt von klaren Zuständigkeiten, bewährten Schnittstellen und sich ergänzenden Fähigkeiten ab», unterstreicht Divisionär Raynald Droz, Kommandant der Territorialdivision 1 der Schweizer Armee anlässlich der Medienkonferenz.
Im Rahmen der verschiedenen Übungsmodule wehrten unter anderem Drohnenspezialisten der Kantonspolizei Bern eine gegnerische Drohne ab und Angehörige der ABC-Abwehr der Schweizer Armee untersuchten einen Lastwagen mit radioaktivem Material. Die Sondereinheit der Kantonspolizei Bern schützte terrestrisch gemeinsam mit Unterstützung aus der Luft durch Armeehelikopter (sog. Topcover) mit Spezialkräften einen Konvoi mit sensiblen Stoffen.
Ein weiteres Übungsmodul umfasste den gemeinsamen Schutz des Bundeshauses in Bern, welches zentrales Symbol der Schweizer Demokratie darstellt. Dabei ging es insbesondere um das Üben der Zusammenarbeit und auch um ein Signal der Abschreckung gegenüber möglichen kriminellen beziehungsweise feindlichen Organisationen.
Im Fokus stand dabei nicht nur die Erfüllung einzelner Aufträge, sondern insbesondere das Zusammenspiel zwischen den beteiligten Organisationen: von der Planung und Koordination über die Führungsprozesse bis zur Zusammenarbeit der Einsatzkräfte vor Ort.










