Der Jahresbericht Sucht 2021 der Stadt Bern zeigt auf, dass die pandemiebedingten Herausforderungen im Sucht-, Obdachlosen- sowie Armutsbereich hoch waren.
Die Stadt Bern. - Keystone

Corona führte in der Stadt Bern bei den Anlaufstellen und Institutionen im Sucht- und Armutsbereich auch 2021 zu erheblichen Mehrbelastungen. Besonders herausfordernd waren die immer wieder nötigen Anpassungen der Schutzkonzepte wie Homeoffice-Pflicht, Maskenpflicht oder Distanzregeln, die auf die einzelnen Betriebe zugeschnitten werden mussten. Ausserdem bedeutete das zweite Corona-Jahr eine grosse Zusatzbelastung in der Personalplanung.

Aufgrund der zunehmenden Quarantänefälle Ende 2021 kam es in verschiedenen Angeboten vermehrt zu Personalengpässen. Corona-Pandemie als zusätzliche Belastung für Suchtbetroffene. Dennoch konnte im Jahr 2021 die Grundversorgung jederzeit gewährleistet werden. Es wurden auch Impfangebote gegen das Coronavirus organisiert, die gut nachgefragt wurden. Es gelang den Mitarbeitenden in den Anlaufstellen und Institutionen, sich flexibel auf veränderte Bedingungen und Vorgaben einzustellen.

Bei vielen Klienten haben die Auswirkungen der Corona-Pandemie aber zu zusätzlichen Belastungen oder Krisen geführt. Die 2020 teilweise vorgenommene Umstellung von Beratungsangeboten auf digitale Kanäle wurde im Berichtsjahr fortgesetzt und intensiviert. Dies erlaubte die Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung der Angebote, führte aber auch zu teils verkürzten Beratungsgesprächen und erschwerte den Kontakt zu gewissen Gruppen von Suchtbetroffenen.

Gewisse Normalisierung und Beruhigung. Übers ganze Jahr und alle Angebote gesehen fand 2021 dennoch eine gewisse Normalisierung und Beruhigung der Lage statt. Dies dank des hohen Engagements der Institutionen. Nebst der Pandemie standen auch wieder andere Themen im Fokus. So konnte etwa die Stiftung Contact ein Cannabis-Drug-Checking aufbauen, die Stiftung Berner Gesundheit besuchte mit dem Pop-up «Gemeinsam für Meer Gesundheit» die PH Bern und das Blaue Kreuz erarbeitete zusammen mit der Spitex Köniz das Tandemprojekt «Früherkennung Sucht».

Mehr zum Thema:

Coronavirus Cannabis