Bern sagt das 41. Berner Feriensportlager in Fiesch vom Sonntag, 26. September, bis Samstag, 2. Oktober 2021 infolge der neuen Corona-Einschränkungen ab.
Stadt Bern Altstadt Münster
Die Stadt Bern. (Archivbild) - sda

Das 41. Feriensportlager in Fiesch, das vom Sonntag, 26. September, bis Samstag, 2. Oktober 2021, hätte stattfinden sollen, wird abgesagt. Hauptgrund sind die Auswirkungen der gestern Abend durch das Kantonsarztamt Wallis verfügten Rahmenbedingungen in Zusammenhang mit der Umsetzung der COVID-Zertifikatspflicht, welche der Bundesrat letzte Woche beschlossen hat.

Die Umsetzung der erforderlichen Zertifikatskontrollen, Tests und Beschränkungen am Durchführungsort würden den Lagerbetrieb so stark belasten, dass die nötige Qualität nicht mehr garantiert werden kann.

Schwierige Bedingungen für das Berner Feriensportlager

Der Vorstand des Vereins Berner Feriensportlager ist nach vertiefter Prüfung der neuen Ausgangslage auf Empfehlung des Lager-OKs sowie in Absprache mit dem Sportamt und der Direktion für Bildung, Soziales und Sport (BSS) zum Schluss gekommen, dass das Berner Feriensportlager im Herbst 2021 unter diesen schwierigen Bedingungen nicht durchgeführt werden kann.

Der Vorstand bedauert ausserordentlich, dass er mit diesem Entscheid so kurz vor Lagerbeginn viele Schülerinnen und Schüler, die sich auf das Herbstlager gefreut haben, enttäuscht und ihren Eltern damit Unannehmlichkeiten beschert. Gleichzeitig hofft er auf ihr Verständnis für diesen Entscheid. Falls Eltern keine Ersatzlösung finden für diese Woche, so unterstützt sie die Stadt bei der Suche eines geeigneten Angebotes.

Wiederholte Änderungen der Rahmenbedingungen

Die wiederholten Änderungen der Rahmenbedingungen seit über einem Jahr haben zu laufenden Anpassungen in der geplanten Organisation, den Prozessen und insbesondere im Schutzplan für das Lager geführt.

Der letzte Woche vom Kantonsarztamt Wallis und weiteren relevanten Stellen genehmigte Schutzplan basierte darauf, das Teilnehmende «gesund» zum Lager antreten («3G-Prinzip» für alle im Alter von zwölf oder mehr Jahren) und dass die Durchmischung mit Personen ausserhalb des Lagers minimiert wird.

An Orten, wo Kontakte zu Personen ausserhalb nicht hätten vermieden werden können, wären die üblichen Schutzmassnahmen zur Anwendung (Maskenpflicht, Abstandsregeln, etc.) gelangt. Auf ein formales COVID-19 Zertifikat sowie auf regelmässige Tests von Personen ohne Impfung während dem Lager wäre mit Zustimmung des Kantonsarztamtes verzichtet worden.

Die Qualität des Lagers sinkt infolge der neuen Bestimmungen

Aufgrund der gestern durch das Kantonsarztamt auferlegten, neuen Rahmenbedingungen kann die Qualität des Lagers jedoch aus folgenden Gründen nicht mehr gewährleistet werden.

Während des Lagers müsste neu zusätzlich zur sehr aufwändigen Kontrolle aller Lagerteilnehmenden beim Antritt sichergestellt werden, dass alle Personen über 16 Jahren im Lager stets über ein gültiges COVID-19 Zertifikat verfügten. Zur Erneuerung der Zertifikate von ungeimpften Personen müssten diese im Lager regelmässig getestet werden.

Der Aufwand für die laufende Kontrolle von Zertifikaten und für die Tests zusätzlich zur Durchsetzung der geltenden Abstands- und Hygieneregeln kann jedoch nicht auch noch von den freiwilligen und ehrenamtlichen Leitungspersonen übernommen werden. Diese sollen und müssen sich darauf konzentrieren können, gute Kurse durchzuführen und die Betreuung der Kinder und Jugendlichen sicherzustellen.

Das Testen von ungeimpften Personen führten zu einer Ungleichbehandlung

Die nötigen Massnahmen und Prozesse für das regelmässige Testen von ungeimpften Personen führten zu einer Ungleichbehandlung. Zur Vereinfachung und Beschleunigung der Kontrollprozesse (z.B. beim Zugang zum Speisesaal) müssten gemäss Schutzkonzept des Sportresorts Teilnehmende mit farbigen Armbändern unterschiedlich gekennzeichnet werden.

Die ungeimpften Personen müssten zusätzlich während des Lagers regelmässig einen wesentlichen Zeitaufwand für das Testen aufbringen und hätten zudem das Risiko, dass sie von Aktivitäten ausgeschlossen werden müssten oder keinen Zugang zu Lokalen erhalten würden, falls es zu Verzögerungen in der Zertifikatserneuerung kommen würde (abhängig von der Anzahl der Betroffenen und Testkapazitäten).

Der Ruf und die hohe Akzeptanz des Lagers

Damit würde eine Zweiteilung des Lagers riskiert. Für die Lagerkultur und die Stimmung im Lager hätte das einschneidende negative Auswirkungen. Der sehr gute Ruf und die hohe Akzeptanz des Lagers würden gefährdet. Dieses Risiko kann nicht eingegangen werden.

Der Vorstand des Vereins Berner Feriensportlager, das Sportamt der Stadt Bern und die Direktion BSS hoffen, dass sich die Lage im Laufe des Jahres 2022 so beruhigen wird, dass die Feriensportlager in Fiesch wieder unter Bedingungen stattfinden können, die ein attraktives und sicheres Lager für alle Teilnehmenden ermöglichen.

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