Der bernische Grosse Rat begrüsst, dass der Kanton Vorwürfe gegen das Psychiatriezentrum Münsingen bezüglich verschiedener Vorkommnisse untersuchen lässt.
PZM Psychiatriezentrum Münsingen AG
Hauptgebäude und Eingang des Psychiatriezentrum in Münsingen. - nau.ch / Ueli Hiltpold

Der bernische Grosse Rat begrüsst, dass der Kanton die Vorwürfe gegen das Psychiatriezentrum Münsingen untersuchen lässt. Das machte der Rat am Dienstag, 14. Juni 2022, deutlich, indem er eine Motion von Melanie Gasser (glp) als Postulat überwies.

Gasser hatte ihren Vorstoss im Februar eingereicht. Sie rief darin die Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion (GSI) auf, ihrer Aufsichtspflicht endlich nachzukommen und die Medienberichte über verschiedene Vorkommnisse im Psychiatriezenrtum Münsingen untersuchen zu lassen.

Mitte Mai beauftragte das Gesundheitsamt der GSI einen externen Fachmann mit der Untersuchung der Vorwürfe. Dabei geht es im Wesentlichen um die Anwendung von Zwangsmassnahmen und um die ehemalige Beschäftigung von Personen aus dem Umfeld der umstrittenen Lebens- und Therapiegemeinschaft «Kirschblüten».

Im Rat wurde die eingeleitete Untersuchung einhellig begrüsst. Zwei entsprechende Punkte des Vorstosses wurden mit 147 zu 0 Stimmen überwiesen.

Mehrere Votantinnen und Votanten äusserten sich näher zu den im Raum stehenden Vorwürfen. Mit diesen Voten konnte Regierungsrat Pierre Alain Schnegg (SVP) wenig anfangen. Er warnte vor Vorverurteilungen aufgrund von Medienberichten.

Die Untersuchungen seien im Gang, betonte Schnegg. Sollte es Entscheidungen brauchen, würden diese auch gefällt werden – und zwar aufgrund von Fakten.