Der diesjährige Medizin-Nobelpreisträger Ardem Patapoutian sei bei einem Besuch in Bern hellbegeistert von der Stadt gewesen, erzählt eine Berner Forscherin. Bei einem gemeinsamen Ausflug aufs Berner Münster zeigte sie sich vom US-Wissenschaftler beeindruckt - nicht nur wegen seiner Forschung.
Berner Münster
Turm des Berner Münsters. - Keystone

Der diesjährige Medizin-Nobelpreisträger Ardem Patapoutian sei bei einem Besuch in Bern hellbegeistert von der Stadt gewesen, erzählt eine Berner Forscherin. Bei einem gemeinsamen Ausflug aufs Berner Münster zeigte sie sich vom US-Wissenschaftler beeindruckt - nicht nur wegen seiner Forschung.

Im Oktober 2019 verweilte der US-Forscher ferienhalber in der Schweiz. Trotz seines Urlaubs habe er sich bereit erklärt, einen «unglaublich spannenden Vortrag bei uns zu halten», sagte Christine Peinelt, Professorin am Institut für Biochemie und Molekulare Medizin der Universität Bern, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Er habe über die von ihm entdeckten Piezo-Kanäle gesprochen.

Am Montag erhielt Ardem Patapoutian gemeinsam mit David Julius den Nobelpreis für Physiologie und Medizin. Die Wissenschaftler knackten die molekularen Mechanismen unserer Sinneswelt für Hitze- und Druckempfinden.

Nach dem Vortrag bestieg Peinelt gemeinsam mit Patapoutian das Berner Münster: «Oben angekommen, war ich ganz ausser Atem», so die Forscherin. Denn es stellte sich heraus: «Ardem Patapoutian ist im Gegensatz zu mir Marathonläufer!»

Zu den Errungenschaften des Nobelpreisträgers David Julius gehört die Entdeckung von TRPV1-Kanälen. Mit einem Vertreter dieser Kanal-Familie beschäftigen sich auch Peinelt und ihr Kollege Hugues Abriel im Rahmen des Nationalen Kompetenzzentrums NCCR TransCure. Sie untersuchen die Rolle von TRPM4 in der Herzpathophysiologie und in Prostatakrebszellen. «Vermutlich kommt TRPM4 in Prostatakrebszellen häufig vor», erklärte die Berner Forscherin. Dies trage womöglich dazu bei, dass Krebszellen ungebremst wachsen und metastasieren würden. «Könnte man diesen Schalter blockieren, könnte man diese Vorgänge vielleicht stoppen.» Sie betont aber, dass man sich hierbei noch in der Grundlagenforschung befinde.

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