Im Berner Monbijoupark ziert derzeit eine zeitgenössische Darstellung der aztekischen Göttin Chalchiuhtlicue einen Brunnen. Das Kunstwerk steht für 75 Jahre bilaterale Beziehungen zwischen der Schweiz und Mexiko.
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Ein Jogger im Monbijoupark in Bern. - Keystone

Die Figur besteht aus Sandstein aus Krauchtal (BE). Dieses Material verwendet die Stadt Bern seit Jahrhunderten für Bauten. Fast die gesamte Altstadt ist durch diesen Sandstein geprägt.

Geschaffen hat die Skulptur der mexikanische Künstler Isaac Contreras. Der Bildhauer lebte einige Monate als Gastkünstler der städtischen Kunstkommission in Bern.

«Vielleicht fragen sich die Passanten, wenn sie am Brunnen vorbeigehen und ein wenig von dem kühlen Wasser geniessen, was Wasser für andere Kulturen bedeutet und welche Schwierigkeiten die Wasserabfüllindustrie für indigene Völker in Mexiko und anderswo verursacht», sagte der Künstler.

Die mexikanische Botschaft unterstützte das Projekt, wie deren Pressesprecher auf Anfrage sagte. Die Botschaft hat die Ausstellung der Skulptur in das Jubiläumsprogramm aufgenommen, da die Figur von den prähispanischen Wurzeln Mexikos inspiriert ist, aber in der Schweiz mit lokalen Materialien hergestellt wurde.

Die Brunnenfigur wird während der Umgestaltung des Monbijouparks stehen bleiben, also sicher bis 2023, wie Annina Zimmermann, Fachspezialistin für Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Bern, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte.

«Die Brunnenfigur wurde vom Künstler gestiftet. Die Kunstsammlung der Stadt hat eine zweite, kleinere Figur gekauft, für die wir noch einen geeigneten Standort suchen», führte Zimmermann aus.

Die Göttin Chalchiuhtlicue, übersetzt heisst das «die mit dem Jaderock», herrscht nach altem aztekischem Glaube über Flüsse, Bäche und Stürme. Sie wird auch mit Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht und gilt als Schutzpatronin für Geburten.

Der kulturelle und künstlerische Austausch ist ein wesentlicher Bestandteil der Beziehungen und Freundschaftsbande, die Mexiko und die Schweiz im Laufe der Jahre aufgebaut haben, betonte die mexikanische Botschafterin in der Schweiz, Cecilia Jaber Breceda. Kultur sei ein wichtiges Instrument in der Diplomatie.

Die mexikanische Botschaft organisiert oder unterstützt jedes Jahr kulturelle Aktivitäten in der Schweiz, die sich hauptsächlich auf Filme an Festivals konzentrieren. Die Diplomatin erwähnt ausserdem visuelle Kunst, Tanz, Musik, Gastronomie und Traditionen wie die Feiern zum Tag der Toten, dem «Día de Muertos».

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Mexiko an der Schenkung einer Statue an die Schweiz beteiligt. In Genf steht eine Skulptur des mexikanischen Unabhängigkeitshelden Miguel Hidalgo von Juan Fernando Olaguíbel. Es handelt sich um ein Geschenk der mexikanischen Regierung an die Internationale Arbeitsorganisation (IAO) anlässlich ihres 40-jährigen Bestehens im Jahr 1959.

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