Die Sozialpartner im Kanton Bern haben am Mittwoch gemeinsam an die Bevölkerung appelliert, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Drohe eine Überlastung des Gesundheitswesens, müsse der Staat erneut einschränkende Massnahmen erlassen.
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Eine Person wird gegen das Coronavirus geimpft. (Symbolbild) - Keystone

Dies würde sich negativ auf Wirtschaft und Arbeitsplätze auswirken, warnen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen.

Eine höhere Impfquote hingegen führt aus Sicht der Sozialpartner zu einer Normalisierung des wirtschaftlichen und privaten Lebens.

Den Appell erlassen haben Organisationen wie der Handels- und Industrieverein des Kantons Bern, Berner KMU, der Berner Bauernverband, aber auch der Gewerkschaftsbund Kanton Bern, der Kaufmännische Verband oder Travail Suisse.

Derweil im Kanton Bern ansonsten erbitterte Verhandlungsgegner zum gemeinsamen Impfappell zusammenstehen, zeigt sich die bürgerliche Mehrheit des Berner Kantonsparlament unbeeindruckt von der nächsten anbrandenden Coronawelle. Sie hat durchgesetzt, dass sich das Büro des Grossen Rates für die am Montag beginnende Wintersession gegen eine Maskenpflicht ausgesprochen hat.

Da half auch nichts, dass Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg (SVP) die Bürgerlichen ins Gebet nahm. Das Ratsbüro widersetzte sich. SVP-Fraktionschefin Barbara Josi betonte im Regionaljournal von Radio SRF am Montag , jeder sei für sich selbst verantwortlich, man bekämpfe Zwangsmassnahmen.

Namentlich links-grüne Kreise bedauerten die mangelhafte Vorbildfunktion der Parlamentsmehrheit. Die Mitte-Fraktion hat nun vor Sessionsbeginn einen Ordnungsantrag gestellt, der verlangt, dass die Maskenpflicht in Innenräumen für alle gelten soll, die die 3G-Regel (geimpft, getestet, genesen) nicht erfüllen.

Die Fraktion selber sei vollständig geimpft, teilte sie auf Twitter mit. Zudem würden regelmässige Covid-Tests durchgeführt.

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