Der kalte Winter und der nasse Sommer im Jahr 2021 haben den Geschäftsverlauf der Industriellen Werke Basel (IWB) stark beeinflusst: Der Absatz von Heizenergie ist deutlich angestiegen, während der Trinkwasserverbrauch rückgängig war.

Die IWB haben ihre Betriebsleistung um 12,4 Prozent auf 868 Millionen Franken steigern können, wie der Basler Energiedienstleister am Montag mitteilte. Stark angestiegen ist auch der Jahresgewinn, nämlich um 18,3 Prozent auf 127 Millionen Franken. Verwaltungsratspräsident Urs Steiner sprach an einer Medienkonferenz von einem «stabilen» und «zufriedenstellenden» Ergebnis in einem schwierigen Umfeld.

Gemäss Angaben der Geschäftsleitung sind diese markanten Anstiege stark von Sondereffekten geprägt gewesen. So habe der kalte Winter zur Folge gehabt, dass der Absatz an Fernwärme um 15,1 Prozent und derjenige an Erdgas um 5,7 Prozent angestiegen sind. Auf der anderen Seite habe der nasse Sommer dafür gesorgt, dass der Absatz von Trinkwasser um 8,5 Prozent zurückgegangen sei. Der Stromabsatz sei mit einem Plus von 1,7 Prozentpunkten nur leicht an gestiegen.

Einen Einfluss auf das Jahresergebnis habe auch der «massive Anstieg der Energiepreise» in der zweiten Jahreshälfte gehabt, heisst es weiter. Dies habe aber mit der teilweisen Auflösungen von Rückstellungen für die Stromproduktion aus eigenen Kraftwerken teilweise wieder wettgemacht werden können.

Der im laufenden Jahr beobachtete sprunghafte Anstieg der Gas- und Strompreise werde auch das Geschäftsjahr 2022 stark beeinflussen, sagte CEO Claus Schmidt. Die Preise für für die Endkunden würden sicher steigen - um wie viel mochte er aber nicht prognostizieren.

Die vom Krieg in der Ukraine stark beeinflusste Lage auf dem Weltmarkt bestätige die strategische Stossrichtung der IWB, die stark auf die Dekarbonisierung, namentlich auf dem mittelfristigen Ausstieg aus der Energieversorgung mit Erdgas setze, sagte Schmidt weiter. Markantestes Zeichen hierfür sei der massive Ausbau des Fernwärmenetzes bis 2035 mit einer Investitionssumme von 460 Millionen Franken.

Die IWB haben noch weitere Projekte für die nachhaltige Energieversorgung im Köcher. So unter anderem ein geplanter Windenergiepark auf der Challhöchi an der Kantonsgrenze von Baselland und Solothurn oder ein Wasserstoff-Kraftwerk in Birsfelden BL.

Hier hat die IWB wie andere Energiedienstleister mit zahlreichen Einsprachen zu kämpfen - angesichts des Risikos einer Strommangellage eine ungute Entwicklung, wie Verwaltungsratspräsident Urs Steiner sagte.

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