Das neue Basler Biozentrum ist am Dienstag eingeweiht worden. Es soll als neuer «Leuchtturm» für die universitäre Forschung in den Life Sciences die von vielen Pannen geprägte Baugeschichte vergessen machen, betonten die Rednerinnen und Redner aus den Regierungen beider Basel und der Universität.
Von aussen wirkt das neue Basler Biozentrum fertiggestellt, in Innern sind aber noch einige Fragen ungeklärt.
Von aussen wirkt das neue Basler Biozentrum fertiggestellt, in Innern sind aber noch einige Fragen ungeklärt. - sda - KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

Der Bau sei nicht ganz billig gewesen, aber es handle sich um gut investiertes Geld, sagte die Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektorin Monica Gschwind (FDP). Es sei eine Investition, die jetzt aber auch noch den adäquaten Sukkurs aus der Bundespolitik brauche.

Gschwind sprach damit den Ausschluss der Schweizer Institutionen aus dem EU-Forschungsprogramm Horizon Europe an. Die vom Bundesrat am vergangenen Freitag angekündigten Übergangsmassnahmen seien nicht ausreichend.

Von Wolken am Horizont sprach in diesem Zusammenhang auch der Leiter des Biozentrums, der renommierte Zellbiologe Alex Schier. Es gehe jetzt darum, zu zeigen, ob man weltoffen sei oder sich aufs Abstellgleis begehe. Mit dem neuen Biozentrum und all den weiteren bedeutenden Forschungsinstitutionen, die auf dem Life-Sciences-Campus entstehen, seien die Strukturen da, um in der Königsklasse der Wissenschaft weiter eine wichtige Rolle spielen zu können, sagte er.

Im neuen Biozentrum, das von den Regierungen beider Basel im Januar offiziell der Universität übergeben wurde, werden in 40 Laboratorien rund 400 Forschende aus über 45 Ländern tätig sein. Die Vorlesesäle haben eine Kapazität für rund 900 Studierende, dazu kommen 70 Laborpraktikumsplätze und 70 Computerausbildungsplätze.

Mit dem Bau des 72 Meter hohen Biozentrums war 2013 begonnen worden. Der Bezug war ursprünglich für 2017 geplant. Immer wieder kam es jedoch beim historisch grössten Hochbauvorhaben der öffentlichen Hand zu Verzögerungen. Zudem liefen die budgetierten Kosten von 338 Millionen Franken aus dem Ruder. Die Regierungen rechnen nun mit Mehrkosten von 87 bis 97 Millionen Franken.

Mit der Eröffnung des Biozentrums ist die Angelegenheit nicht erledigt. Die Regierungen lassen eine externe Expertise erstellen, um Lehren für vergleichbare Projekte ziehen zu können. Die Federführung für diese Abklärungen wurde den Finanzdepartementen der beiden Kantone übertragen.

Im Kanton Basel-Stadt nimmt auch die Geschäftsprüfungskommission des Grossen Rats als Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) das Baudebakel unter die Lupe. Die PUK soll ihren Bericht, für den Kosten von einer Million Franken veranschlagt wurden, Ende Jahr vorlegen.

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