Studierende der Universität Basel konnten während zwei Semestern an einer Ausstellung zum Schweizer Kommunisten Fritz Platten mitarbeiten.
Kollegienhaus Uni Basel - Universität Basel

«Noch ein Stück höher. Links noch ein bisschen.» Aline und Basil studieren beide Geschichte an der Universität Basel und hängen gerade ein grosses Banner für ihre Ausstellung auf. Im Rahmen eines zweisemestrigen Seminars haben sie mit weiteren Interessierten die Geschichte des umstrittenen Politikers Fritz Platten aufgearbeitet und können diese nun präsentieren. Am 8. Oktober 2021 öffnet die Ausstellung Auf der Suche nach Fritz Platten in der Universitätsbibliothek Basel ihre Türen.

Im ersten Forschungsseminar wurde der Fokus auf eine umfassende Recherche gelegt

Aline Corpataux studiert Geschichte und Geographie und ist über ein Buch auf Fritz Platten gestossen. Als der Name kurz darauf im Vorlesungsverzeichnis auftaucht, überlegt sie nicht lange und meldet sich an, um mehr über die Geschichte des Arbeiterführers zu erfahren. Das erste Semester des Forschungsseminars war stark auf die Recherche von Informationen, Bildern und Geschichten fokussiert.

«Die Recherchearbeit war spannend. Das Interessanteste war die Geschichte mit dem plombierten Wagen, die davon berichtet, wie Platten im Frühjahr 1917 eine Zugfahrt für Lenin aus dem Züricher Exil zurück ins revolutionäre Russland organisierte», berichtet Aline. Sie hat bei der Produktion eines kurzen Films für den Epilog mitgearbeitet, in dem Zeitzeugen und Historikerinnen über Fritz Platten aus heutiger Perspektive reflektieren. «Das war für mich bis jetzt das Beste an meinem Studium», resümiert Aline.

Von der Idee zur eigenen Ausstellung

Katarina Pencic, Studentin der Osteuropa-Studien, ist der Nachlass des Sohns Fritz Nicolaus Platten besonders in Erinnerung geblieben. Die Zeit reichte nicht aus, sämtliche Dokumente zu untersuchen: «Das war der Moment, als mir die Grösse des Nachlasses und die Menge an Material bewusst wurde. An dieser Ausstellung mitarbeiten zu können war für mich persönlich eine grosse Bereicherung und Abwechslung zum Studium», betont Katarina.

Gemeinsam mit Prof. Dr. Benjamin Schenk vom Departement Geschichte hat die Doktorandin Rhea Rieben das Seminar organisiert und die Ausstellung kuratiert – ein Projekt, bei dem sich Theorie und Forschung sowie die Arbeit im Archiv den Studierenden vermitteln lassen. In Zusammenarbeit mit Szenografie und Grafik konnte die Kuratorin aber auch selbst neue Erfahrungen beim «Arbeiten im Raum» sammeln und ihre Ideen zur Ausstellung umsetzen.