Das Aargauer Derby in der Aue ist den Erwartungen gerecht geworden: Gut 400 begeisterte Zuschauer bekamen hochstehenden Handball auf Augenhöhe zu sehen.
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Handball. - Keystone

Dass die Torhüter im Derby zwischen Baden und Endingen eine wichtige Rolle spielen würden, zeigte sich schon in den ersten Minuten der Partie: Von der jeweiligen Fangruppe lautstark gefeiert, führten sich Marco Wyss und Dario Ferrante mit Paraden ein und liessen die gut 400 Zuschauerinnen und Zuschauer in der Aue fast drei Minuten warten, bis das erste Tor auf der Anzeigetafel erschien.

Drei Tore Führung für Städli 1 nach 30 Minuten

Lukas Riechsteiner brach den Bann und brachte Endingen in Front. Auf der anderen Seite setzten sich Karlo Ladan und Pascal Bühler in Szene und brachten Baden langsam, aber sicher in Front. Nach gut 15 Minuten waren es auf beiden Seiten wieder eher die Angreifer als die Torleute, die das Spiel prägten.

Nach 30 Minuten lag Städtli 1 erstmals drei Tore in Front – und machte nach dem Wiederanpfiff dort weiter, wo man aufgehört hatte. Wyss hielt, Bühler traf, Mitch Hildebrandt traf, Amer Zildzic wühlte unermüdlich. Fünf Tore Vorsprung standen in der 33. Minute für Baden zu Buche. Das höchste der Gefühle.

 Endingen liess sich nicht abhängen

Endingen hatte nie aufgesteckt und kam nun wieder besser ins Spiel. Die Badener Verteidigung zollte der aufwändigen Arbeit mit vielen Laufwegen spürbar Tribut, was Filip Begic, Ivan Koncul oder Noah Grau ermöglichte, zusehends mehr Druck aufs Badener Tor zu entwickeln.

Eine vergleichbare Breite in Sachen Torgefahr ging Städtli 1 an diesem Abend ab. Das erleichterte zum einen Endingen die Verteidigungsarbeit und rächte sich zum anderen, als Dario Ferrante noch einmal zu grosser Form auflief und die Badener Bälle geradezu magnetisch anzuziehen schien.

Die Stadtturner brachten plötzlich «einfache» Bälle nicht mehr ins Tor. Scheiterten bei Gegenstössen und Siebenmetern und brachten den Endinger Goalie nicht mehr aus dem Kopf, der seine gesamte QHL-Routine in die Waageschale warf und in den entscheidenden Momenten immer wieder genau richtig stand.

 Am Ende hat Endingen die Nase vorne

Hätte Städtli eine halbwegs normale Torproduktion zustande gebracht, wären die beiden Punkte wohl trotz der Defensivschwäche in der zweiten Halbzeit in der heimischen Halle geblieben. So machte Dario Ferrante den Unterschied.

Dessen Haltequote von lediglich 37 Prozent zeigt im übrigen auch, dass Statistiken mit Vorsicht zu interpretieren sind: Es kommt nicht nur darauf an, wie viele Bälle man fängt, sondern auch wann und welche.

29:32. Zwei Punkte für Endingen, hängende Köpfe bei Baden. Und doch bei allen Anwesenden riesige Begeisterung über ein Handballfest, wie es die Anwesenden schon lange nicht mehr erlebt haben.

Jetzt stehen schwere Spiele für Städtli 1 an

Städtli 1 hat trotz der Niederlage seinen Anspruch auf einen Platz an der Tabellensonne unterstrichen und wertvolle Erkenntnisse für die nächsten Spiele gewonnen. 

Nun folgen ein Cupspiel gegen Muotathal und zwei Auswärtsspiele in Horgen, gegen den per dato ungeschlagenen Tabellenleader und Steffisburg, bevor sich die Handballfans der Region auf das nächste Spektakel in der Aue freuen dürfen. Am 30. Oktober 2021 ist HS Biel an der Limmat zu Gast – dick in die Agenda eintragen.