Baden AG: Ausstellung zu Fürsorge und Zwang zieht 500 Besuchende an
Die Ausstellung auf dem Theaterplatz in Baden AG läuft noch bis 17. September. Das Historische Museum begleitet sie mit Vortrag, Erzählcafé und Werkstatt.

Die mobile Ausstellung «Ich bin einfach niemand gewesen – Fürsorge und Zwang in der Schweiz» auf dem Theaterplatz hat seit ihrer Eröffnung am 1. September 2026 bereits rund 500 Besuchende angezogen. Das Historische Museum Baden lädt mit einem Vortrag, einem Erzählcafé und einer dreiteiligen Geschichtswerkstatt zur weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema ein.
Noch bis zum 17. September 2026 macht die mobile Ausstellung auf dem Theaterplatz Baden ein lange verdrängtes Kapitel der Schweizer Geschichte sichtbar. In drei mobilen Häusern erzählt sie von Menschen, die von fürsorgerisch begründeten Zwangsmassnahmen betroffen waren, beleuchtet gesellschaftliche Rahmenbedingungen und stellt Fragen nach Verantwortung, Macht und Menschenrechten.
Das Begleitprogramm im Historischen Museum Baden eröffnet zusätzliche Perspektiven und lädt dazu ein, zuzuhören, nachzufragen, eigene Erfahrungen einzubringen und historische Zusammenhänge besser zu verstehen.
Vertiefen, verstehen, ins Gespräch kommen
Wer sich intensiver mit der Geschichte von Fürsorge und Zwang auseinandersetzen möchte, erhält im Historischen Museum Baden Gelegenheit dazu. Ein Vortrag, ein Erzählcafé und eine Geschichtswerkstatt eröffnen historische, persönliche und gesellschaftliche Perspektiven auf das Thema.
Vortrag mit Dr. Ernst Guggisberg
Fremdplatzierte Kinder zwischen Fürsorge und staatlichem Auftrag
Dienstag, 15. September 2026, 18–19.30 Uhr Historisches Museum Baden
Zwischen privater Wohltätigkeit und staatlicher Verantwortung entstand im Aargau des 19. und 20. Jahrhunderts ein dichtes Netz von Fürsorgeinstitutionen. Historiker Dr. Ernst Guggisberg zeigt anhand von Beispielen aus dem Aargau, wie Pflegekinder platziert, betreut und auf ihr späteres Leben vorbereitet wurden. Gleichzeitig wird sichtbar, wie sich das Zusammenspiel von privaten und öffentlichen Akteuren wandelte und die Grundlagen der heutigen Kinder- und Jugendfürsorge schuf.
Im Anschluss sind die Teilnehmenden zu einem Apéro eingeladen.
Historisches Museum Baden
Fürsorgerische Zwangsmassnahmen wirken bis heute nach. Im moderierten Erzählcafé erhalten Betroffene, Nachkommen und Interessierte Raum, persönliche Erfahrungen, Erinnerungen und Gedanken auszutauschen. Die Veranstaltung wird von Fachpersonen begleitet und bietet einen geschützten Rahmen für Begegnung und Gespräch. Im Anschluss wird ein kleiner Apéro angeboten.
Persönliche Geschichten erforschen und aufarbeiten
Donnerstag, 24. September 2026, 16–19 Uhr, Historisches Museum Baden
Mittwoch, 30. September 2026, 14–17 Uhr, Historisches Museum Baden
Mittwoch, 7. Oktober 2026, 14–17 Uhr, Staatsarchiv Aargau, Aarau.
Die dreiteilige Geschichtswerkstatt unterstützt Menschen dabei, historischen Spuren im eigenen Leben, in der Familie oder im persönlichen Umfeld nachzugehen. Die Journalistin und Biografikerin Esther Banz und der Historiker Andrea Gautschi begleiten die Teilnehmenden bei der Recherche, beim Umgang mit Akten und Quellen sowie beim persönlichen Aufarbeiten der eigenen Geschichte. Die Teilnahme ist kostenlos.











