Nach den Frühlingsferien 2022 werden ukrainische Kinder, die im Kloster Menzingen untergebracht sind, in Baar den Unterricht besuchen.
Schulanlage Baar.
Schulanlage Baar. - Nau.ch / Stephanie van de Wiel

Die Gemeinde Menzingen stellt bei der Unterbringung von Geflüchteten aus der Ukraine eine ausserordentlich grosse Zahl an Wohnplätzen zur Verfügung. So dienen ein Pavillon des Alters- und Pflegezentrums Luegeten sowie das Kloster als Kollektivunterkünfte. Allein im Kloster werden gemäss Prognosen des Kantons bis zu 70 schulpflichtige Kinder und Jugendliche leben.

Diese grosse Zahl können die Menzinger Schulen nicht allein bewältigen. Der Gemeinderat Baar hat deshalb seine Solidarität bekundet und sich bereit erklärt, die schulpflichtigen Kinder, die im Kloster Menzingen untergebracht werden, an den Baarer Schulen aufzunehmen.

Der Unterricht wird nach Eintreffen der Flüchtenden in Menzingen beginnen. Wann genau nach den Frühlingsferien dies der Fall sein wird, ist derzeit offen und hängt davon ab, wann die Flüchtenden aus der Ukraine ins Kloster einziehen.

Alle Schüler werden zunächst in sogenannte Ukraine-Klassen eingeteilt. Dort lernen sie während drei respektive sechs Wochen intensiv die deutsche Sprache. Danach werden die Kinder Schritt für Schritt in die Regelklassen integriert.

Schulpräsidentin Sylvia Binzegger erklärt, dass grosse Anstrengungen unternommen werden, um die ukrainischen Kinder und Jugendlichen zu integrieren und ihnen eine Perspektive zu bieten.

Gemeinde garantiert die Vorfinanzierung

Mit der Gewährleistung des Unterrichts ist es nicht getan, es stellen sich auch zahlreiche logistische Fragen. So müssen die Kinder und Jugendlichen von Menzingen nach Baar transportiert und an den Baarer Schulen verpflegt werden.

Gemäss heutigem Planungsstand werden die älteren Kinder und Jugendlichen begleitet mit dem öffentlichen Verkehr nach Baar fahren. Die jüngeren Kinder werden mit einem Klein-Schulbus im Kloster abgeholt und direkt in die entsprechenden Kindergärten und Schulen chauffiert.

Über den Mittag werden die Menzinger Kinder und Jugendlichen von der schulergänzenden Betreuung verpflegt und betreut. Die zusätzlichen Lehr- und Betreuungspersonen, die Transporte sowie die Verpflegung generieren einen hohen finanziellen Aufwand. Die Gemeinde Baar wird diese Kosten vorfinanzieren, bis auf kantonaler Ebene eine Lösung ausgearbeitet worden ist, erklärt Gemeindepräsident Walter Lipp.

Angebote für Kinder im Vorschulalter

Die erste Ukraine-Klasse in Baar hat bereits am 28. März in der Schule Sennweid ihren Betrieb aufgenommen. In dieser wurden die Kinder und Jugendlichen aufgenommen, die in Baar Zuflucht gefunden haben.

Praktisch täglich melden sich Flüchtende aus der Ukraine auf der Einwohnerkontrolle an. Stand 21. April 2022 leben in Baar 66 Geflüchtete mit Schutzstatus S, darunter elf Kinder und Jugendliche im Schulalter sowie drei Kinder, die im Sommer berechtigt sind, den Kindergarten zu besuchen. Um die Integration der Kinder im Vorschulalter zu vereinfachen, dürfen diese Vorschulangebote wie «Deutsch macht Spass» nutzen.

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