Im Rahmen der Erarbeitung der «Nutzungsstrategie Altstadt Arbon» fanden mit Gewerbetreibenden sowie Hauseigentümern aus der Altstadt je ein Workshop statt.
Stadt Arbon
Die Nutzungsstrategie für die Arboner Altstadt muss auf die besondere Mischung aus See, Altstadt, Industrie und dynamischer Kleinstadt eingehen und eine Gesamtsicht liefern. - Stadt Arbon

Hauseigentümer und Gewerbetreibende in der Arboner Altstadt wünschen sich eine Aufwertung des Aussenraums im historischen Ortskern und stehen einer Begegnungszone mehrheitlich offen gegenüber. Diese und weitere Erkenntnisse liefert eine aktuelle Umfrage.

Im Rahmen der Erarbeitung der «Nutzungsstrategie Altstadt Arbon» fanden im Mai 2021 mit Gewerbetreibenden sowie Hauseigentümern aus der Altstadt je ein Workshop statt. Durchgeführt wurden diese von Experten des Schweizer Raumplanungsverbands EspaceSuisse. An den Workshops wurden die Ergebnisse von Umfragen thematisiert, die zuvor bei den Teilnehmenden durchgeführt worden waren.

Im Zentrum der beiden Workshops stand die Frage, welche Massnahmen für eine positive Entwicklung der Altstadt gewünscht sind. «Gesucht wurden umsetzbare Massnahmen», sagt Paul Dominik Hasler, Netzwerk Altstadt/EspaceSuisse. «Das heisst, sie müssen einerseits mehrheitsfähig und andererseits auch finanziell realistisch sein. Dennoch sind auch starke Visionen wichtig, die begeistern können.»

Wohnen als zentrale Nutzung

Aus Sicht der Hauseigentümer steht die Aufwertung des Aussenraumes und wenn möglich der Erdgeschossnutzungen im Zentrum. Das Wohnen wurde als zentrale Nutzung anerkannt.

Trotzdem sollen Gastronomie und Einkauf weiterhin eine Rolle spielen, ungeachtet der Konkurrenz durch die Einkaufsstandorte im Bereich der St.Gallerstrasse. Kritisch ist für die Eigentümer das Thema Nachtlärm. Was den Strassenraum betrifft, so war eine offene Haltung in Richtung einer Begegnungszone spürbar.

Während die Umfrage bei Gastro- und Hotelbetrieben gute Resonanz fand, war der Rücklauf bei den Gewerbetreibenden eher bescheiden.

Auch diese Gruppe wünscht sich, dass in einen attraktiven Aussenraum investiert wird. Eine harte Haltung in Sachen Verkehr und Parkierung war nicht auszumachen. Trotz der Konkurrenz glaubt eine Mehrheit an den Einkaufsstandort Altstadt.

Eine gute Verbindung für Fussgängerinnen und Fussgänger in Richtung St.Gallerstrasse und der aufstrebenden «neuen Stadtmitte» wird entsprechend als wichtig erachtet.

Den Blick ausweiten

Teilnehmende beider Workshops möchten die Chance nutzen, die sich aus der Verkehrsverlagerung durch die Umfahrung der Altstadt ergibt. «Mehr Stimmung und Qualität soll spürbar werden», fasst Hasler zusammen. «Das 2018 abgelehnte Konzept 'Lebensraum Altstadt' umreisst wesentliche Handlungsfelder richtig. Es gilt, diese Basis mit den heutigen Anforderungen zu ergänzen und zu einer Gesamtsicht zu führen. Gleichzeitig muss das Vorgehen etappierbar und pragmatisch sein, um die Finanzen der Stadt nicht zu strapazieren.»

Jetzt schon sei Arbon eine hervorragend aufgestellte Gemeinde, hält Paul Dominik Hasler fest. Es gehe nicht zuletzt darum zu klären, welche Funktionen welcher Ortsteil übernehme und wie man sich zwischen den verschiedenen Zentrumsbereichen bewege.

Gemeinsamer Aufbruch im Herbst

Die Experten von EspaceSuisse sind zuversichtlich, im Herbst ein Set an Massnahmen für eine positive Entwicklung der Altstadt präsentieren und dieses mit der Bevölkerung diskutieren zu können.

Diese erhält dann die Möglichkeit, die erarbeiteten Massnahmen zu beurteilen, zu ergänzen und zu schärfen, wie Hasler erklärt: «Ziel ist eine positive Stimmung und ein Aufbruch für ein prosperierendes Arbon und eine Perspektive in die Zukunft.»

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