Experte sagt: Bei Brandopfern sind «erste 24 Stunden entscheidend»
Wegen des Unglücks in Crans-Montana sind viele schwerverletzte Personen in Schweizer Spitälern stationiert. Ein Experte für Notfallmedizin ordnet ein.

Das Wichtigste in Kürze
- Schweizer Spitäler sind aufgrund des Brandunglücks in Crans-Montana stark ausgelastet.
- Die mindestens 80 Schwerverletzten werden in Spitälern der ganzen Schweiz behandelt.
- Laut einem Experten braucht die Schweiz mehr Übung für solche Ereignisse.
Das schwere Brandunglück von Crans-Montana betrifft die ganze Schweiz. Die mindestens 80 schwerverletzten Personen stellen die Spitäler aktuell vor grosse Herausforderungen.
Mathias Zürcher, leitender Arzt am Schweizerischen Zentrum für Rettungs-, Notfall- und Katastrophenmedizin in Basel, ordnet die Situation gegenüber SRF ein.
Grundsätzlich sei es wichtig, dass schwerverletzte Patienten möglichst zeitnah in die Kliniken ihrer Definitivversorgung kämen. Bei Verbrennungskrankheiten hat man laut Zürcher etwas mehr Zeit: «Man geht davon aus, dass schwerbrandverletzte Patienten idealerweise innerhalb von 24 Stunden einen Platz für die Definitivversorgung erreichen.»
Nur Zürich und Lausanne auf Brandverletzungen spezialisiert
Da nur die Spitäler in Zürich und Lausanne spezifische Zentren für Brandverletzungen haben, seien diese sicher sehr ausgelastet. «Sie haben allerdings auch Konzepte, wie sie mit dem Anfall von zahlreichen Patienten umgehen», so Zürcher.
Kapazität in der Schweiz möglicherweise zu klein
Er geht davon aus, dass die Kapazität in der Schweiz möglicherweise nicht genügt. Deshalb müsse wohl Unterstützung aus dem nahen Ausland in Anspruch genommen werden.
«Man hat schon vor vielen Jahren erkannt, dass bei einem Ereignis mit zahlreichen Brandverletzten die eigenen Kapazitäten zu knapp sind.»
Um besser auf Katastrophen vorbereitet zu sein, braucht die Schweiz laut Zürcher mehr Übung solcher Ereignisse. «Es wäre wichtig, dass wir mehr Trainingsmöglichkeiten haben und dass wir ein solches Ereignis auch gut aufarbeiten», sagt er. So könne man sehen, was funktioniert und was verbesserungswürdig ist.















