Wie die Gemeinde Arbon berichtet, ist es in Arbon wirtschaftlich, technisch und ökologisch machbar, Wärmeenergie aus dem Bodensee zu nutzen.
Seepromenade mit Aussicht auf Arbon.
Seepromenade mit Aussicht auf Arbon. - Nau.ch / Miriam Danielsson
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In den Jahren 2020 und 2021 hat der Kanton Thurgau die Machbarkeit der thermischen Nutzung von Bodensee und Rhein untersuchen lassen. Dabei zeigte sich, dass die Voraussetzungen zur Nutzung von Wärmeenergie aus dem See in Arbon gut sind.

In der Folge gab der Arboner Stadtrat eine zusätzliche Machbarkeitsstudie in Auftrag, um die konkreten Möglichkeiten genauer zu bestimmen. Die seit diesem Sommer vorliegende zweite Studie bestätigt den positiven Befund der kantonalen Untersuchung.

Sie kommt zum Schluss, dass der Stadt Arbon mit dem Bodensee eine ausgiebige lokale und erneuerbare Energiequelle zur Verfügung steht. Mit einem entsprechenden Wärmeverbund könnte rund ein Viertel des Stadtgebiets erschlossen und beheizt werden. Der See würde also jedes Jahr so viel Energie liefern wie rund 2,6 Millionen Liter Heizöl.

Ökologisch und ökonomisch sinnvoll

Durch eine thermische Nutzung des Sees könnte der CO2-Ausstoss in Arbon jährlich um rund 7000 Tonnen reduziert werden. Auch wirtschaftlich bringt eine Wärmenutzung des Sees Vorteile.

Die regionale Wertschöpfung würde gesteigert, und es könnten ein bis zwei neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Zudem liesse sich die Abhängigkeit vom Ausland in Bezug auf fossile Energieträger markant verringern.

Bedeutende Förderbeiträge

Vor diesem Hintergrund hat der Arboner Stadtrat an seiner Sitzung vom 22. August 2022 beschlossen, dass das Projekt Seewasser-Wärmeverbund vorangetrieben werden soll. Die geschätzten Investitionskosten belaufen sich auf rund 51 Millionen Franken.

Das Projekt dürfte mit Fördergeldern in der Höhe von etwa 14,6 Millionen Franken unterstützt werden. So resultieren Netto-Investitionen von rund 36,4 Millionen Franken.

Sechs Jahre bis zur Inbetriebnahme

Die Stadt Arbon soll jedoch nicht als Investorin oder Bauherrin auftreten, sondern nur unterstützend mitwirken. Für den Standort eines Pumpwerks und einer Energiezentrale würde die Stadt jedoch eigene Grundstücke im Baurecht zur Verfügung stellen.

Wird das Projekt ohne Verzögerungen vorangetrieben, so könnte eine erste Etappe eines Seewasser-Wärmeverbundes auf die Heizsaison 2028/2029 hin in Betrieb genommen werden.

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