Die Kantonspolizei Appenzell Innerrhoden hat die Kriminalstatistik 2021 veröffentlicht. Es wurden rund drei Prozent mehr Straftaten verzeichnet.
Kantonspolizei Appenzell Innerrhoden. - Kantonspolizei Appenzell Innerrhoden

Im Jahr 2021 wurden insgesamt 409 Straftaten registriert. Das sind rund drei Prozent mehr Straftaten, als im Vorjahr verzeichnet wurden, 398. Im Fünf-Jahresrückblick wird ersichtlich, dass wir uns damit seit 2017 auf einem stabilen, tiefen Niveau bewegen.

Bei Betrachtung der Straftaten nach Titel im Strafgesetzbuch und den Nebengesetzen (Auswahl) können folgende Entwicklungen im Jahr 2021 beobachtet werden:

Strafgesetzbuch – Straftaten gegen die Rechtspflege

Die auf den ersten Blick starke Zunahme, plus 250 Prozent, der Fälle zeigen die zu berücksichtigenden Stolpersteine bei der Interpretation von Statistiken mit kleinen Fallzahlen.

Bei näherer Betrachtung offenbart sich, dass ein Plus von drei Fällen von Geldwäscherei, Vorjahr: ein Fall, eine relative Zunahme von plus 300 Prozent in diesem Bereich verursachten, was sich in einer Gesamtzunahme von plus 250 Prozent zeigte.

Wie bereits in der Einleitung zur Polizeilichen Kriminalstatistik im Vorjahr erwähnt, beeinflussen viele nicht berechenbare Faktoren die Entwicklung von Fallzahlen, weswegen diese insbesondere bei kleinen Zahlen nicht überinterpretiert werden sollen.

Strafgesetzbuch – Straftaten gegen die sexuelle Integrität

Auch hier gilt die gleiche Aussage wie im vorhergehenden Abschnitt. Die Zunahme von plus 57 Prozent ist auf die kleine Zahl von Fällen zurückzuführen.

Es gab weniger Einbruchdiebstähle

Unter dem Titel Strafgesetzbuch – Straftaten gegen das Vermögen sind mehrere Kategorien von Straftaten aufgeführt, deren detailliertere Betrachtung sich lohnt.

Die Anzahl Einbruchdiebstähle, drei, entspricht aufgrund von technischen Ursachen zum Zeitpunkt der Statistikerstellung nicht dem tatsächlichen Stand für das Jahr 2021, zehn. Dies bedeutet eine Abnahme von minus neun Prozent zum Vorjahr 2020.

Bei den Sachbeschädigungen wurde eine Zunahme von plus 46 Prozent auf 51 Fälle, Vorjahr: 35, festgestellt. In der Unterkategorie Vandalismus ist die Zunahme plus 90 Prozent, von 21 auf 40 Straftaten. Es konnten bislang keine Täter eruiert werden, weshalb die Motivklärung nicht möglich ist.

Die Cyberkriminalität hat besonders bei Betrugsfällen zugenommen

Bei der Zunahme von Betrugsfällen von 18 auf 28 Straftaten, plus 56 Prozent spielt der Cyberraum eine entscheidende Rolle. 21 Fälle spielten sich dort ab, was auf die fortdauernde Verlagerung von Aktivitäten der Bürger in das Internet zu erklären ist.

Die Digitalisierung wurde auch im Jahr 2021 unter anderem durch die COVID-19 Pandemie weiter beschleunigt, was auch Straftäter sich zu Nutzen gemacht haben. Seit längerer Zeit kann eine ständige Anpassung der Modi Operandi bei Straftaten im Internet beobachtet werden. Bereits bekannte Phänomene wie «Romance Scam» werden zum Beispiel neu mit Anlagebetrügen kombiniert, was sich mit dem Ködern von Opfern über Datingplattformen zeigt, die dann zu einem späteren Zeitpunkt dazu gedrängt werden, Geld in nichtexistierende Anlagen zu investieren.

An dieser Stelle ist an die Vorsicht bei Geschäften im Internet zu appellieren. Der Grundsatz «Was zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es meist auch nicht» gilt auch und insbesondere im virtuellen Raum.

Strafgesetzbuch – Straftaten gegen Leib und Leben haben abgenommen

Die Abnahme von minus 35 Prozent ist auf die erfreuliche Entwicklung von weniger Gewaltdelikten zurückzuführen. Sowie bei schweren wie auch leichten Körperverletzungen kann dies beobachtet werden.

Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz haben zugenommen

Nachdem im Jahr 2020 neun Fälle registriert wurden, waren es im Jahr 2021 14 Fälle, was eine Zunahme von plus 56 Prozent bedeutet. In elf von 14 Fällen wurden Betäubungsmittel in Eigenkonsummenge sichergestellt. Geografisch betrachtet fällt auf, dass eine markante Zunahme im Bezirk Oberegg, plus 700 Prozent, verzeichnet wurde.

Auslöser war die Auflösung einer illegalen Veranstaltung in einem angemieteten Ferienhaus im Mai 2021, wobei bei den extern angereisten Teilnehmern eine Vielzahl von Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz festgestellt wurde.

Besonders im Cyberraum ist ein Anstieg zu erkennen

Über die Jahre hinweg ist ein Anstieg bei den Vermögensdelikten erkennbar, insbesondere im Cyberraum. In allen anderen Deliktskategorien bewegen wir uns wie erwähnt auf einem stabilen, tiefen Niveau, was Appenzell Innerrhoden zu einem sicheren Wohn- und Arbeitsraum macht.

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