Der Industriekonzern Dätwyler hat nach Abschluss seiner Umstrukturierung mehr verdient. Im fortgeführten Geschäft stiegen 2021 sowohl Umsatz als auch Gewinn. Zudem wird die Dividende erhöht, und auch der Ausblick ist positiv.
Dätwyler Holding
Das Schweizer Unternehmen Dätwyler. - Keystone

Das Unternehmen hat Ende 2019 eine strategische Neuausrichtung begonnen und konzentriert sich auf den Bereich Dichtungslösungen (Sealing Solutions). Es verkaufte die Vertriebsunternehmen Distrelec und Nedis sowie den Online-Distributor Reichelt. Entsprechend steht die Entwicklung des fortgeführten Geschäfts im Fokus.

Der gesamte Umsatz stieg um 3,6 Prozent auf 1,1 Milliarden Franken, wie der Innerschweizer Konzern am Freitag mitteilte. Darin enthalten ist noch ein Anteil von Reichelt für neun Monate von 154,1 Millionen Franken. Der Umsatz aus dem fortgeführten Geschäft kletterte währungsbereinigt um 15 Prozent auf 947,6 Millionen Franken.

Sowohl der Betriebsgewinn Ebit als auch der Gewinn wurden positiv vom Verkauf von Reichelt beeinflusst. Bereinigt lag der operative Gewinn bei 160,4 Millionen Franken und damit um gut 23 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres. Die entsprechende Marge lag mit 16,9 Prozent über dem Vorjahreswert (15,8 Prozent). Unter dem Strich blieb Dätwyler ein bereinigter Gewinn des fortgeführten Geschäfts von 123,7 Millionen Franken nach 105,2 Millionen im Vorjahr.

Die verbliebenen Geschäftsfelder Healthcare Solutions und Industrial Solutions verzeichneten ein starkes Wachstum. So kletterte der währungsbereinigte Umsatz bei Healthcare Solutions um 16 Prozent auf 466,8 Millionen Franken. Hier sei eine zusätzliche Nachfrage nach Komponenten für die Hersteller der Covid-19-Impfstoffe verzeichnet worden. Der Ebit kletterte gar um gut 32 Prozent auf 104,6 Millionen Franken, die Marge verbesserte sich auf 22,4 von 19,6 Prozent.

Auch Industrial Solutions legte beim Umsatz um über 13 Prozent auf 427,5 Millionen Franken zu, der Ebit stieg um knapp 11 Prozent auf 55,8 Millionen Franken. Damit lag die Marge mit 11,4 Prozent knapp unter dem Vorjahr von 11,8 Prozent. Besonders die rückläufige Entwicklung in der Automobilindustrie in der zweiten Jahreshälfte habe hier eine Verbesserung der Marge behindert. Der Kapazitätsausbau werde im laufenden Jahr fortgeführt.

Den Aktionären soll erneut eine höhere Dividende ausgeschüttet werden. Konkret will das Unternehmen mit 4,20 Franken einen Franken je Inhaberaktie mehr zahlen. Je Namenaktie sollen 0,84 Franken bezahlt werden. Dätwyler begründet die Erhöhung mit dem starken und nachhaltig profitablen Wachstum.

Mit Blick auf das Geschäftsjahr 2022 erwartet das Unternehmen trotz Kostensteigerungen für Rohmaterialien, dass der untere Wert des Zielbandes bei der Ebit-Marge von 18 bis 21 Prozent erreicht wird. Das Umsatzwachstum sollte auch im laufenden Jahr den oberen Wert des Zielbandes von 6 bis 10 Prozent übertreffen. Mittelfristig gelten diese Zielbänder weiterhin.

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