Die Jahresrechnung 2020 der Stadt Affoltern am Albis schliesst mit einem Ertragsüberschuss von Fr. 1'532'765.41 ab.
Rechnung
Die Rechnung der Gemeinde Schüpfen fällt nicht schlecht aus. (Symbolbild) - Pixabay

Budgetiert war ein Ertragsüberschuss von Fr. 90'000.--. Markant höhere Steuererträge führten, trotz nicht budgetierter Mehrkosten, zu einem Ertragsüberschuss. Die Nettoinvestitionen übersteigen den Cash-Flow, weshalb die Schulden, trotz des hohen Ertragsüberschusses, zunehmen.

Die Erfolgsrechnung schliesst bei einem Gesamtaufwand von Fr. 89'534'527.08 und einem Gesamtertrag von Fr. 91'067'292.49 mit einen Ertragsüberschuss von Fr. 1'532'765.41 ab. Damit liegt der Ertragsüberschuss um Fr. 1'442'765.41 höher als budgetiert. Der Ertragsüberschuss wird dem Bilanzüberschuss (= Eigenkapital) zugewiesen, womit sich dieser auf Fr. 18'366'492.59 erhöht.

Die Verbesserung des Resultats der Erfolgsrechnung 2020 ist auf markant höhere Steuererträge bei den allgemeinen Gemeindesteuern von Fr. 4'200'096.74 zurückzuführen. Dadurch konnten die Mindererträge von Fr. 494'105.40 bei den Grundstückgewinnsteuern, die um Fr. 1'409'269.45 höheren Abschreibungen bei den Liegenschaften Verwaltungsvermögen und das um Fr. 1'177'984.40 höhere Betriebsdefizit beim Pflegeheim Seewadel mehr als aufgefangen werden.

Bei den allgemeinen Gemeindesteuern zeigte sich, dass die Prognosen für das Budget 2020 einerseits zu pessimistisch waren. Anderseits leistete das kantonale Steueramt einen speziellen Effort bei der Veranlagung alter Steuerjahre, weil im Oktober 2020 die Steuersoftware der Stadtverwaltung Affoltern am Albis ausgewechselt wurde.

Wegen anderweitig absorbierten Personalressourcen beim städtischen Steueramt konnten ab Oktober 2020 nicht mehr genügend Veranlagungen für Grundstückgewinnsteuern vorgenommen werden, um den budgetierten Ertrag erreichen zu können. Diese Veranlagungen sind auf das Jahr 2021 verschoben worden, weshalb dann mit höheren Erträgen aus den Grundstückgewinnsteuern gerechnet werden kann.

Auswirkungen Corona-Pandemie

Die höheren Abschreibungen bei den Liegenschaften des Verwaltungsvermögens betreffen das Bauprovisorium für das Pflegeheim Seewadel. Zum Zeitpunkt der Budgetierung wurden die Kosten tiefer geschätzt und es wurde von einer vierjährigen Nutzungsdauer ausgegangen.

Effektiv werden die Investitionskosten aber während einer Nutzungsdauer von drei Jahren abgeschrieben, was höhere jährliche Abschreibungskosten zur Folge hat.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind bis jetzt vor allem beim Pflegeheim Seewadel zu spüren. Dieses hat mit einer tieferen Belegung zu kämpfen. Die verrechneten Pflegeminuten waren tiefer als im Budget angenommen.

Dies aufgrund der Auslastung und der tieferen Pflegestufen. Derzeit sind nur rund 60 der 80 Betten belegt. Die Betriebsrechnung des Pflegeheims Seewadel schloss deshalb um Fr. 1'177'984.40 schlechter ab als budgetiert. Die Spitex Seewadel wurde gut in die Gesamtorganisation integriert. Trotz Corona-Pandemie, Aufbau- und Übernahmekosten, fielt der Nettoaufwand im ersten vollständigen Betriebsjahr um Fr. 81'302.45 tiefer aus als budgetiert.

Die Investitionsrechnung ergibt Nettoinvestitionen im Verwaltungsvermögen von Fr. 16'816'086.57. Budgetiert waren Nettoinvestitionen von Fr. 23'289'000.--. Einzelne Vorha-ben sind verschoben worden und insbesondere bei der Gesamtsanierung Schulhaus Butzen war man zum Budgetzeitpunkt von einem früheren Baustart ausgegangen, weshalb dafür höhere Investitionen budgetiert wurden.

Die Nettoinvestitionen konnten nur zu 58% selber finanziert werden. Dies bedeutet, dass der Finanzierungsfehlbetrag, trotz des Ertragsüberschusses der Erfolgsrechnung, Fr. 7'071'841.24 beträgt und durch Aufnahme von Darlehen finanziert werden musste.

Dadurch erhöhte sich die Nettoschuld pro Einwohner um Fr. 588.-- und beträgt neu Fr. 3'163.--. Die Finanzierung der geplanten Investitionen wird die Hauptherausforderung in den kommenden Jahren bleiben. Um den Schuldenzuwachs bremsen zu können, sind deshalb weiterhin hohe Ertragsüberschüsse in der Erfolgsrechnung nötig.

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