Der Stadtrat von Adliswil stellt das Budget für das Jahr 2022 vor. Er geht von einem Aufwandüberschuss von 3,7 Millionen Franken aus.
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Schweizer Franken. (Symbolbild) - keystone

Bei einem Umsatz von knapp 140 Millionen Franken sieht das Budget 2022 der Stadt Adliswil einen Aufwandüberschuss von 3,7 Millionen Franken vor. Aufgrund dieses Ergebnisses plant der Stadtrat eine Entnahme aus der finanzpolitischen Reserve von drei Millionen Franken.

So resultiert ein Minus von 0,7 Millionen Franken in der Erfolgsrechnung. Dem Grossen Gemeinderat wird eine Steuerfusserhöhung von 100 auf 102 Prozent beantragt.

Gemäss Planung fallen die Steuererträge 2022 gegenüber dem Budget 2021 um knapp 10 Millionen Franken tiefer aus. Dies ist hauptsächlich auf die rückläufigen Erträge bei den Steuerausscheidungen zurückzuführen.

Der Stadtrat rechnet aufgrund der eingereichten Deklarationen in diesem Bereich mit keiner spürbaren Erholung in den nächsten Jahren. Basierend auf den tieferen Steuererträgen muss die Stadt Adliswil im Jahr 2022 6,6 Millionen Franken weniger in den kantonalen Finanzausgleich abliefern.

Die wachsende Einwohnerzahl führte zu dem prognostizierten Aufwandüberschuss

Die Einwohnerzahl von Adliswil wird bis Ende 2022 auf rund 19’300 Einwohnerinnen und Einwohner ansteigen. Das bisherige Wachstum führte zu sehr hohen Investitionen in die Infrastruktur.

Dies manifestiert sich im Budget 2022 mit steigenden Folgekosten, Abschreibungen und betriebliche Folgekosten, die unter anderem auch die Ursache für den prognostizierten Aufwandüberschuss sind.

Aufgrund des Aufwandüberschusses 2022 plant der Stadtrat eine Entnahme aus der finanzpolitischen Reserve von drei Millionen Franken. Nach der Entnahme resultiert ein Aufwandüberschuss von 0,7 Mio. Franken in der Erfolgsrechnung.

Mit dieser Entnahme kann der mittelfristige Ausgleich der Erfolgsrechnung über den vom Stadtrat definierten Zeitraum von acht Jahren erreicht werden.

Das Investitionsvolumen wird weiter sinken

Der abnehmende finanzielle Spielraum hat den Stadtrat veranlasst, im Jahr 2022 merklich weniger hohe Investitionen zu realisieren. Die budgetierte Investitionssumme beläuft sich auf rund 27 Millionen Franken, im Vorjahr waren es 51 Millionen Franken.

Das nach wie vor hohe Investitionsvolumen ist auf die bereits bewilligten «Grossprojekte» wie das Musikschulhaus, den Bushof mit Parkhaus, den Polizeiposten und die Strassenbauprojekte Zürich- und Sihltalstrasse zurückzuführen.

In seiner mittelfristigen Finanzplanung geht der Stadtrat davon aus, dass ab dem Jahr 2023 das Investitionsvolumen weiter sinken wird. Der Selbstfinanzierungsgrad beläuft sich im Jahr 2022 auf 64 Prozent.

Der Steuerfuss soll um zwei Prozent erhöht werden

Die Stadt Adliswil profitierte bis Ende 2019 von der guten Konjunkturlage in der Schweiz. Sowohl die Steuererträge der natürlichen als auch der juristischen Personen stiegen erfreulich. Der Steuerfuss konnte seit 2018 nahe am Kantonsmittel festgesetzt werden.

Seit dem Jahr 2020 ist ein starker Rückgang der Fiskalerträge verbunden mit steigenden Folgekosten aus den hohen Investitionen zu verzeichnen. Um diese Belastungen zu kompensieren, sind einerseits Massnahmen bei den Kosten, andererseits auch beim Ertrag notwendig.

Der Stadtrat hatte in den Vorjahresplanungen eine Steuerfusserhöhung antizipiert. Für das Budget 2022 beantragt er dem Grossen Gemeinderat eine Steuerfusserhöhung von 100 auf 102 Prozent. Der Stadtrat erachtet diese Massnahme als notwendig, um die Verschuldung zu stabilisieren und den Haushalt mittelfristig auszugleichen.

Die Nettoschuld wird sich bis Ende 2022 fast verdoppeln

Die Nettoschuld der Stadt Adliswil per Ende 2020 von 60 Millionen Franken wird sich innert zwei Jahren bis Ende 2022 auf knapp 118 Millionen Franken fast verdoppeln. Rückläufige Steuererträge und steigenden Kosten belasten die Erfolgsrechnung und führen mittelfristig zu keinem ausgeglichenen Haushalt.

Diese Tendenz war bereits in den Vorjahresplanungen zu erkennen und wird sich in den nächsten Jahren gemäss der Finanzplanung 2021 bis 2025 fortsetzen.

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