In Küttigen konnten die Waldumgänge nach der coronabedingten Absage dieses Jahr 2022 wieder durchgeführt werden.
Küttiger Waldumgänge - Gemeinde Küttigen
Ad

Nach der coronabedingten Absage der Waldumgänge vor zwei Jahren stand der Durchführung der Traditionsanlässe in Küttigen dieses Jahr nichts im Wege. Am 11. Juni 2022 folgten gut 40 Ortsbürgerinnen und Ortsbürger und eine Woche später rund 130 Einwohnerinnen und Einwohner der Einladung des Gemeinderates.

Die interessierten Teilnehmer trafen sich um 13.30 Uhr beim Holzschopf Rieden. Nach der Begrüssung durch den neuen Präsidenten der Ortsbürgerkommission, Markus Bircher, übernahm der Revierförster Martin Blattner mit seinem Forstteam das Kommando. Im angenehmen Kühl des Waldes begaben sich die Teilnehmenden in Gruppen aufgeteilt erwartungsvoll auf die vier Stationen.

Der Plan regelt die Pflege und Nutzung der Wälder des Forstbetriebes

Am ersten Posten referierte Revierförster Martin Blattner über Sinn und Inhalt des neu erstellten Betriebsplanes. Der Plan regelt die Pflege und Nutzung der Wälder des Forstbetriebes Jura. Er hält als mittelfristiges Planungs- und Kontrollinstrument die wichtigsten Erkenntnisse aus der Analyse der bisherigen Waldbewirtschaftung, der Rahmenbedingungen, der betrieblichen Möglichkeiten sowie die wesentlichen Ziele und Massnahmen fest.

Beim zweiten Posten ging es dann richtig zur Sache. Vorarbeiter André Nyffeler und der Lernende Aron Akeret stellten nicht ganz ohne Stolz den im Frühjahr 2020 erworbenen Forstschlepper vor. Das imposante Gefährt mit einem Neuwert 420'000 Franken steht im Jahr rund 600 Stunden im Einsatz, davon rund ein Drittel im Forstbetrieb und zwei Drittel für Drittaufträge.

Nach einer Erholungs- und Trinkpause war Action in schwindelerregender Höhe angesagt. Die beiden Forstwarte Florian Vultier und Moritz Ruoss brachten die Langseiltechnik näher. Diese waghalsigen Kletterarbeiten gelangen vor allem bei Drittaufträgen im Unterhalt und der Baumpflege oder bei Baumfällungen zum Einsatz.

Thema am letzten Posten war ein Teil der Küttiger Geschichte. Förster Markus Lüthy und der Lernende Niels Roth weihten in die Geheimnisse des Erzabbaus im Buechwald ein. Schon im Jahr 1500 oder früher war Küttigen bekannt für qualitativ gutes Eisenerz. Der Abbau wurde circa 1863 eingestellt. Noch heute weisen Spuren im Gelände auf die intensive Abbautätigkeit hin.

Im Anschluss an den Ortsbürgerumgang fand traditionellerweise im Holzschopf die Gemeindeversammlung statt. Gemeindeammann Tobias Leuthard konnte pünktlich um 17 Uhr 41 Ortsbürgerinnen und Ortsbürger zur Versammlung begrüssen. Schlank gingen die traktandierten Geschäfte Protokoll, Rechenschaftsbericht und Verwaltungsrechnung über die Bühne.

Die Anwesenden wurden mit Spezialwurst, Käse und «Küttiger» bewirtet

Nach einer Wortmeldung unter dem Traktandum «Verschiedenes» ging es dann nahtlos zum dritten und gemütlichen Teil über. Die Anwesenden wurden mit Spezialwurst, Käse und «Küttiger» bewirtet und zum Dessert mit einer feinen Crèmeschnitte verwöhnt. Bei angeregten Unterhaltungen, einem Wettbewerb mit Schätzfrage oder beim traditionellen «Nageln» kam auch die Geselligkeit nicht zu kurz.

Der Ortsbürgerkommission samt dem Forstteam als Organisatoren und allen weiteren Personen, die zum interessanten und lehrreichen Waldumfang und zum genüsslichen Teil beigetragen haben, gebührt ein grosses Lob und Dankeschön.

Mehr zum Thema:

Franken Küttigen