Aarau: Gratis-Wildsträucher kosten die Stadt 9'661 Franken
In Aarau wurden 2025 insgesamt 1906 einheimische Wildsträucher gratis abgegeben. Für die Aktion 2026 sind bereits 2467 Sträucher bestellt worden.

Am 4. September 2026 hat Lukas Gysi (FDP) eine Anfrage zur kostenlosen Bestellaktion für einheimische Wildsträucher eingereicht.
Die Anfrage kann wie folgt beantwortet werden:
Der Stadtrat teilt die Haltung der FDP, dass Massnahmen zur Förderung der Biodiversität und einheimischer Pflanzen unterstützt werden sollen. Die Bestellaktion für einheimische Wildsträucher ist eine Massnahme zur Umsetzung der Biodiversitätsstrategie der Stadt Aarau und Bestandteil der vom Stadtrat beschlossenen Massnahmenplanung 2025-2029. Mit der Aktion soll der Anteil einheimischer Gehölze auf privaten Flächen erhöht und die Bevölkerung für deren ökologische Bedeutung sowie für die Problematik invasiver gebietsfremder Pflanzen sensibilisiert werden.
Da die Bestellaktion 2026 zum Zeitpunkt der Beantwortung noch nicht abgeschlossen ist und noch keine Schlussrechnung vorliegt, werden nachfolgend die effektiven Kosten und Aufwände der erstmals 2025 durchgeführten Bestellaktion ausgewiesen.
Im Rahmen der Bestellaktion 2025 wurden insgesamt 1906 einheimische Wildsträucher an die Aarauer Bevölkerung abgegeben. Die Kosten für die Beschaffung der Pflanzen beliefen sich auf insgesamt CHF 9661.05.
Der personelle Aufwand für die Bestellaktion wurde nicht separat als Projektkosten verbucht. Für die Vorbereitung und Durchführung der Abgabe waren zwei städtische Mitarbeitende, eine Praktikantin sowie ehrenamtliche Helfende während insgesamt rund zehn Stunden im Einsatz. Für weitere administrative Arbeiten fielen rund vier Arbeitsstunden an.
Die Bestellungen wurden über ein digitales Anmeldesystem abgewickelt, wodurch der administrative Aufwand geringgehalten werden konnte.
Auf der städtischen Webseite zur Bestellaktion Wildsträucher sind acht Dokumente mit weiterführenden Informationen zu Wildsträuchern und zur naturnahen Gartengestaltung aufgeschaltet. Davon wurden zwei Unterlagen im Zusammenhang mit der Bestellaktion neu erstellt. Die übrigen sechs Dokumente bestanden bereits und verursachten im Rahmen der Bestellaktion keinen zusätzlichen Erarbeitungsaufwand.
Für die Erarbeitung der beiden neuen Broschüren fielen rund zwei Arbeitstage durch eine Praktikantin an. Die Unterlagen können für weitere Durchführungen der Bestellaktion wiederverwendet werden und auch anderen Gemeinden zur Verfügung gestellt werden. Eine benachbarte Gemeinde, die ebenfalls eine Bestellaktion für Wildsträucher lancieren möchte, hat bereits Interesse an den Unterlagen bekundet.
Die kostenlose Gartenberatung im Rahmen von «NATUR FINDET STADT» ist ein eigenständiges Angebot und besteht seit 2018. Sie ist nicht Bestandteil der Bestellaktion für einheimische Wildsträucher und die entsprechenden Kosten sind daher nicht den Kosten der Bestellaktion zuzurechnen. Eine Beratung dauert eine Stunde und wird durch eine externe Fachperson durchgeführt.
Die Kosten pro Beratung betragen CHF 130. Im Jahr 2025 wurden insgesamt elf Beratungen durchgeführt. Dies entspricht Kosten von insgesamt CHF 1430.
Frage 2: Wirkungskontrolle
Wie viele Sträucher wurden im Jahr 2025 an die Bevölkerung abgegeben und im Jahr 2026 bestellt?
Im Rahmen der Bestellaktion 2025 wurden insgesamt 1906 Wildsträucher den Aarauerinnen und Aarauern übergeben. Für die Bestellaktion 2026 wurden insgesamt 2467 Wildsträucher bestellt.
b.) Konnte nach der ersten Durchführung dieser Aktion 2025 ein positiver Effekt in Bezug auf die Ziele 1 bis 5 festgestellt werden? Welche ökologische Wirkung wurde gemessen?
Bei der Bestellaktion handelt es sich um eine niederschwellige Förderungs- und Sensibilisierungsmassnahme, mit der die Verwendung einheimischer Wildsträucher auf privaten Flächen gefördert und die Bevölkerung für deren ökologische Bedeutung sowie für die Problematik invasiver gebietsfremden Pflanzen sensibilisiert werden soll.
Eine separate ökologische Wirkungskontrolle wurde für die Bestellaktion nicht durchgeführt. Eine solche wäre bei einer Massnahme auf zahlreichen privaten Flächen nur mit erheblichem Aufwand möglich. Zudem befinden sich die im November 2025 abgegebenen Wildsträucher zum Zeitpunkt der Beantwortung erst seit zehn Monaten an ihren Standorten.
Ökologische Funktionen wie die Bereitstellung von Nahrung, Deckung und Lebensraum entwickeln sich mit der Etablierung und zunehmenden Grösse und Struktur der Gehölze. Aussagen über längerfristige ökologische Wirkungen, beispielsweise auf die Artenvielfalt oder die Vernetzung von Lebensräumen, lassen sich deshalb zum heutigen Zeitpunkt nicht treffen.
c.) Hat die Fachstelle Umwelt und Klima erfasst, wie viele der verschenkten Sträucher tatsächlich gepflanzt bzw. nachhaltig gepflegt wurden, insbesondere in Gärten, die nicht ohnehin durch private Initiative die Ziele der Bestellaktion erreichen (Mitnahmeeffekte)?
In der diesjährigen Bestellaktion haben 340 Privatpersonen Wildsträucher bestellt. Nach der Abgabe wird die Verantwortung über die Pflanzen von der Stadt Aarau zu den Privatpersonen übertragen und der Pflanzstandort befindet sich somit ausserhalb des Einflussbereichs der Stadt. Zudem ist eine umfangreiche Kontrolle der Pflanzung und Kultivierung der Sträucher aus organisatorischen, personellen und zeitlichen Gründen nicht möglich.
Bei der Fachstelle gingen per E-Mail und in persönlichen Gesprächen positive Rückmeldungen ein, teilweise ergänzt mit Fotos der gepflanzten Wildsträucher. Zusätzlich wurden auch verschiedene von Stadtgrün Aarau kontrollierte Bündten mit Wildsträuchern aus dieser Aktion bepflanzt. Auch im Rahmen von Schlusskontrollen zu Umgebungsplänen konnte festgestellt werden, dass über die Bestellaktion bezogene Wildsträucher bei Bauvorhaben gepflanzt wurden.
Die Rückmeldungen und Beobachtungen zeigen, dass die Wildsträucher aus der Bestellaktion tatsächlich angepflanzt wurden und die Aktion auf Interesse und Wertschätzung stösst.
Frage 3: Hält der Stadtrat die Subventionierung einzelner Privatgärten durch die kostenlose Abgabe von Wildsträuchern für eine wirkungsvolle ökologische Massnahme und plant er weitere Durchführungen?
Die Bestellaktion für einheimische Wildsträucher ist Bestandteil der vom Stadtrat beschlossenen Massnahmenplanung 2025-2029 zur Biodiversitätsstrategie. Der Stadtrat erachtet die Förderung einheimischer Wildsträucher auf privaten Flächen als eine geeignete niederschwellige Förder- und Sensibilisierungsmassnahme. Private Grünflächen sind Teil des Siedlungsraums und können mit einheimischen Gehölzen einen Beitrag zur Förderung der Biodiversität leisten.
Gleichzeitig sensibilisiert die Aktion für die ökologische Bedeutung einheimischer Pflanzen und die Problematik invasiver gebietsfremder Pflanzen. Sie soll die Bevölkerung auch dazu anregen, invasive Neophyten wie Kirschlorbeer oder Sommerflieder durch einheimische Wildsträucher zu ersetzen. Die zentrale Lage der Verteilstelle in der Markthalle leistet zudem weitere Sensibilisierungsarbeit, da interessierte Passantinnen und Passanten über das Angebot der Verteilaktion informiert werden.
Die hohe Nachfrage zeigt, dass das Angebot von der Bevölkerung genutzt wird: Nach 1906 abgegebenen Wildsträuchern im Jahr 2025 wurden für die Aktion 2026 insgesamt 2467 Wildsträucher bestellt.
Weitere Durchführungen sind im Rahmen der Umsetzung der Massnahmenplanung 2025-2029 vorgesehen. Über Zeitpunkt und Frequenz wird unter Berücksichtigung der verfügbaren personellen und finanziellen Ressourcen entschieden.
Die Beantwortung dieser Anfrage verursachte Kosten von 975 Franken.










