Die Snacks der Firma Zweifel Pomy-Chips sind gefragt wie nie. Der Umsatzrekord aus dem Vorjahr wurde im zweiten Corona-Jahr 2021 erneut gebrochen. Was in den Beizen weniger konsumiert wurde, assen die Menschen zu Hause mehr.
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Eine Packung Zweifel-Chips. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Dass Zweifel nebst den Pommes Chips und anderen salzigen Snacks auch Süsswaren vertreibt, dürfte Insidern bekannt sein.

Seit über 20 Jahren vertreibt Zweifel die Tischprodukt-Spezialitäten der Firma Berger AG Backwaren aus Münsingen. Dass die Firma Berger in den Besitz von Zweifel überging, wurde aber erst am Dienstag anlässlich einer Medienkonferenz zum Jahresabschluss bekanntgegeben, auch wenn der Besitzerwechsel bereits im Jahr 2020 über die Bühne ging.

Zweifel will sich nun strategisch bereiter aufstellen, mit verstärktem Fokus auf den süssen Markt. Nebst der Dachmarke Zweifel wird künftig auch die Dachmarke Berger strategisch ausgebaut und weiterentwickelt.

Einen Umsatzsprung gibt es deswegen aber nicht, da die Süssigkeiten von Berger schon lange von Zweifel vertrieben wurden und im ausgewiesenen Umsatz enthalten waren, wie CEO Christoph Zweifel vor den Medien in Spreitenbach erklärte. Wie hoch der Kaufpreis war wollte Zweifel ebenso wenig verraten wie den Umsatz von Berger, dessen Topseller der «Spitzbueb» ist. Für Zweifel sei dies aber eher eine kleine Akquisition gewesen, liess er immerhin durchblicken.

Der Umsatz von Zweifel legte 2021 um knapp 6 Prozent auf 277,9 Millionen Franken zu und erreichte damit erneut einen Rekordwert. Die Einflüsse im Zusammenhang mit Covid-19 seien wiederum stark spürbar gewesen, jedoch nicht mehr so deutlich wie im Jahr 2020, hiess es zum Geschäftsjahr. Die zeitweise geschlossenen Landesgrenzen hätten zu weniger Ferien im Ausland und weniger Einkaufstourismus geführt und erneut sei teilweise Homeoffice angeordnet worden.

Die schon im Vorjahr beobachtete Verlagerung des Konsums nach Hause war deshalb erneut zu beobachten. Dies habe dem Detailhandel zu ausserordentlichem Wachstum verholfen, wogegen die Bereiche Gastronomie und Convenience erneut gelitten hätten.

Geprägt war das vergangene Jahr auch von einer schwierigen Kartoffelernte. In der Regel bezieht Zweifel rund 95 Prozent der für die Chips verwendeten Kartoffeln von einem Netz von rund 250 Schweizer Bauern. Im vergangenen Jahr mussten wegen des schlechten Wetters rund 30 Prozent aus dem Ausland bezogen werden.

Mit den rund 25'000 Tonnen an angelieferten Kartoffeln produziert das Unternehmen unter Verwendung von hauptsächlich heimischem Rapsöl rund 8000 Tonnen Chips im Jahr oder etwa 80 Millionen Einzelpackungen. Christoph Zweifel wies auf die Notwendigkeit hin, das Sortiment stetig um neue Produkt zu erweitern. Gleichzeitig räumte er ein, dass das meistverkaufte Produkt nach wie vor Paprika-Chips seien vor den Sorten «Nature» und «Salt & Vinegar».

Verkauft werden die Produkt weiterhin grossmehrheitlich in der Schweiz. Zweifel liefert zwar seit längerem auch nach Deutschland, Österreich und Frankreich sowie seit vergangenem Herbst auch nach Finnland. Der im Ausland erwirtschaftete Anteil am Gesamtumsatz liegt allerdings im einstelligen Prozentbereich.

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