Die Zahl der Firmenkonkurse in der Schweiz ist 2021 um gut 6 Prozent auf rund 5200 angestiegen.
Das Auslaufen der Corona-Unterstützungsmassnahmen könnte 2022 zu einem weiteren Anstieg der Firmenkonkurse führen. (Archivbild)
Das Auslaufen der Corona-Unterstützungsmassnahmen könnte 2022 zu einem weiteren Anstieg der Firmenkonkurse führen. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Zahl der Firmenkonkurse ist im Jahr 2021 deutlich angestiegen.
  • Die Corona-Pandemie machte sich besonders bei Privatkonkursen bemerkbar.

2021 ist die Zahl der Firmenkonkurse enorm angestiegen. Der Trend zeige aber nach oben und Schlimmeres müsse befürchtet werden, schreibt der Gläubigerverband Creditreform in einer publizierten Jahresstatistik.

Zwar sei der Anstieg der Insolvenzen im zu Ende gehenden Jahr insgesamt weniger stark als anfangs befürchtet.

Creditreform weist aber auf das Auslaufen der staatlichen Unterstützungsmassnahmen zur Abfederung der Coronafolgen hin. Auch wenn die Rückzahlungsfristen für die staatlich garantierten Kredite sehr grosszügig seien, müssten sie bedient werden: «Dies werden einige der sogenannten Zombie-Unternehmen nicht schaffen».

Corona-Pandemie machte sich bei Privatkonkursen bemerkbar

Zu den «regulären» Firmeninsolvenzen kommen noch rund 2'300 Insolvenzverfahren wegen Organisationsmängeln (+17,6 Prozent), also nach Artikel 731b des Obligationenrechts. Der starke Zuwachs hat laut dem Gläubigerverband allerdings mit einer gesetzlichen Änderung zu tun.

Der Einfluss der Corona-Pandemie macht sich auch bei den Privatkonkursen bemerkbar: Bei denen das Erbe wegen tatsächlicher Überschuldung einer verstorbenen Person ausgeschlagen worden ist, nahmen um gut 13 Prozen zu.

Das dürfte mit der coronabedingt stark gestiegenen Zahl an Todesfällen alter Menschen zu tun haben. deren finanzielle Reserven durch die Selbstbehalte der Behandlungskosten an die Grenzen gestossen sei, vermutet Creditreform. Die Konkursverfahren über lebende Personen blieb mit 1160 Fällen stabiler.

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