Medizinaltechnikunternehmen Ypsomed aus Burgdorf BE konnte seinen Umsatz steigern. Die Vorgaben der Analysten hat man aber trotzdem verfehlt.
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Ypsomed am Hauptsitz in Burgdorf. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Ypsomed hat im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Ergebnis von 9,3 Mio. Franken erzielt.
  • Die Kapazitätsauslastung war allerdings schwach und die Marge nur gering.

Das Burgdorfer Medizinaltechnikunternehmen Ypsomed hat im vergangenen Geschäftsjahr ein Betriebsergebnis von 9,3 Mio. Franken erzielt, das ist 0,4 Mio. Franken weniger als im Vorjahr. Den Umsatz konnte das Unternehmen um rund 9,4 Mio. Franken auf 403,7 Mio. steigern.

Mit diesen Zahlen hat das Unternehmen die Vorgaben der Analysten verfehlt. Auch der Ausblick auf das neu angelaufene Jahr sorgte dort für Enttäuschung. Entsprechend schwächer startete Ypsomed am Mittwoch in den Börsentag.

Ypsomed habe im abgelaufenen Jahr zwar eine dynamische Geschäftsentwicklung gezeigt, dabei allerdings im Kerngeschäft mit Pen-Lösungen und Autoinjektoren weniger umgesetzt als erwartet, schreibt Sibylle Bischofberger von der Bank Vontobel.

Wegen der schwächeren Kapazitätsauslastung in der Produktion, hohen Kosten im Geschäft mit der Insulinpumpe «Ypsopump» sowie einer Einmalbelastung aus der Einigung im Rechtsstreit mit dem früheren US-Partner Insulet, sei die operative Marge schwach ausgefallen, so die Vontobel-Analystin. Das sei nicht nur der Coronakrise geschuldet, Ypsomed habe auch mit strukturellen Schwächen zu kämpfen.

Das Jahr 2020/2021 sei ein weiteres Übergangsjahr für Ypsomed gewesen, und die «Ypsopump» bleibe eine wesentliche Belastung, zieht Daniel Buchta von der ZKB Fazit. Covid-19 habe diesbezüglich nicht geholfen, da der Aussendienst die Spitäler nicht besuchen konnte und die Patienten nicht bereit waren, ihre Insulinpumpe zu wechseln.

Positiv wertet Buchta die Anfang Jahr angekündigte US-Partnerschaft mit Eli Lilly. Allerdings brauche es eine starke Umsetzung - auch für den Markteintritt in den USA - um die Rentabilität des Geschäfts deutlich zu steigern. Mit Blick auf die für das laufende Jahr gesetzten Ziele, entwickle sich Ypsomed langsamer als ursprünglich erwartet. Es brauche vor allem Fortschritte im Geschäft mit der «Ypsopump».

Ypsomed selber schreibt in einer Mitteilung vom Mittwoch, das Unternehmen habe im vergangenen Geschäftsjahr wichtige Weichen gestellt, um die Absatzmöglichkeiten von «Ypsopump» zu verbessern. Das Unternehmen sieht sich in seiner Wachstumsstrategie durch die gestiegene Bedeutung der Selbstbehandlung von chronischen Krankheiten bestärkt. Um den finanziellen Spielraum für die Zukunft zu erweitern, beantragt der Verwaltungsrat an der Generalversammlung eine genehmigte Kapitalerhöhung.

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