Wegen Erdrutsch kann «Tschäggättu-Loif» nicht in Blatten starten

Am vergangenen Donnerstagabend sind Dutzende Tschäggättä durchs Walliser Lötschental gezogen. Nach dem Bergsturz vom Mai 2025 startete der traditionelle Tschäggättä-Umzug dieses Jahr aber nicht in Blatten, sondern in Wiler VS.

Wegen dem Erdrutsch in Blatten VS vor einem Jahr nimmt der Tschäggättä-Umzug einen Umweg.
Wegen dem Erdrutsch in Blatten VS vor einem Jahr nimmt der Tschäggättä-Umzug einen Umweg. - KEYSTONE/LOUIS DASSELBORNE

Trotz der noch immer vorhandenen Trauer, setzten die Bewohner des Lötschentals alles daran, den Tschäggättä-Brauch aufrechtzuerhalten. So begann der Umzug am Donnerstagabend im Dorf Wiler. Mit gruseligen Masken, Glockengeläut, Fellen und Pelzen machten sich gegen 21.15 Uhr Dutzende von Tschäggättä auf. Unter den Blicken zahlreicher Zuschauerinnen und Zuschauer zogen sie durch die verschneiten Dorfstrassen von Wiler zum Dorf Ferden.

Bisher lag der Ausgangspunkt des «Tschäggättu-Loif», wie der Umzug im Oberwalliser Dialekt heisst, im verschütteten Dorf Blatten – seit dem Erdrutsch im letzten Jahr liegt das Bergdorf nach wie vor unter Trümmern. Dass die Veranstaltung nicht in Blatten stattfinden könne, sei für die Bevölkerung «schmerzlich», sagt Lilian Ritler, Marketingleiterin beim Tourismusbüro Lötschental, zu Keystone-SDA.

«Es herrscht Trauer. Gleichzeitig sind wir dankbar und froh, dass die Tradition im Rest des Tals fortgesetzt werden kann und so ein wenig Normalität bewahrt bleibt», fährt sie fort.

Dass Masken aus den Trümmern geborgen werden konnten, sei ein starkes Zeichen und zeige, wie die Tradition weiterlebe, so die Verantwortliche. Zwei Maskenkeller wurden durch den Bergsturz vom 28. Mai 2025 vollständig zerstört.

«Viele Masken, Felle und Glocken sind verloren gegangen oder verschüttet worden», erklärt Lilian Ritler. In kürzester Zeit gelang es jungen Schnitzern aber, neue Kostüme für die diesjährige Tschäggättä herzustellen.

Zur Erinnerung: Die handgeschnitzten Holzmasken sind Teil einer alten Tradition, die im Tal tief verwurzelt ist. Die älteste Maske, die im Museum des Lötschentals in Kippel aufbewahrt wird, stammt aus dem Jahr 1790.

Die Tschäggättä treten in der Zeit der Fasnacht zwischen Mariä Lichtmess (2. Februar 2026) und Fasnachtsdienstag (17. Februar 2026), in Erscheinung. Am Karnevalsumzug am kommenden Sonntag werden die «Monster» ebenfalls zu sehen sein.

Wegen Schneefalls war der Zugang zum Lötschental am vergangenen Donnerstag während mehrerer Stunden blockiert. Eine Lawine hatte einen Abschnitt der Kantonsstrasse, die ins Tal führt, verschüttet und damit den Strassenverkehr durch den Lötschbergtunnel unterbrochen. Die Situation normalisierte sich gegen 19:00 Uhr, nachdem der Schnee geräumt worden war.

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Kommentare

ChanLee

vergesst diesen ort er wird nie mehr sicher sein

User #7271 (nicht angemeldet)

Ist sowas noch zeitgemäss...?

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sdf
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