Vorwurf der Trickserei bei Werbung gegen Amazon in den USA
Die US-Wettbewerbsbehörde FTC und mehrere Bundesstaaten verklagen den Internet-Riesen Amazon wegen des Vorwurfs künstlich verteuerter Werbeplätze. Die Generalstaatsanwälte von 22 Bundesstaaten schlossen sich der Klage an.

Über sieben Jahre hinweg habe der Konzern bei Auktionen von Werbeanzeigen heimlich die Preise nach oben getrieben und so wahrscheinlich zweistellige Milliardenbeträge verdient, teilte die Behörde mit.
«Diese höheren Kosten wurden grösstenteils an die amerikanischen Verbraucher weitergegeben», erklärte der FTC-Vorsitzende Andrew Ferguson. Wenn einer der weltweit grössten Online-Händler unlautere Praktiken anwende, könnten die Folgen verheerend sein, so Ferguson. Die Aktien von Amazon notierten am Montag rund 2,5 Prozent im Minus.
Vorwurf: Amazon wollte die Werbeeinnahmen ankurbeln
Unternehmen können Amazon dafür bezahlen, dass ihre Werbung bei bestimmten Suchergebnissen auftaucht. Welches Unternehmen den Werbeplatz bekommt, wird per Auktion entschieden.
Laut Darstellung der FTC muss der Höchstbietende dafür aber nicht den tatsächlichen Preis seines Gebots zahlen, sondern nur einen Cent mehr als der Zweitplatzierte. Das heisst: Wenn eine Firma 200 Dollar bietet und eine andere 190 Dollar, muss die erste Firma nur 190,01 Dollar für den ersteigerten Werbeplatz zahlen. Bei der Produktwerbung habe Amazon aber in nahezu vier von fünf Fällen doch das volle Gebot des Erstplatzierten einkassiert, so der Vorwurf – und damit gegen die eigenen Regeln verstossen.
Laut der FTC gibt es für diese Praxis auch Beweise in firmeninternen Dokumenten, in denen von einem «versteckten Aufschlag» die Rede sei. Zudem habe der Konzern die Preise mit fiktiven Auktionsteilnehmern selbst in die Höhe getrieben. Der Klage zufolge nahm Amazon mutmasslich die heimliche Änderung vor, weil der Tech-Riese unzufrieden mit den Einnahmen aus den Werbeauktionen war.














